Die EU treibt den Aufbau ihrer eigenen, hochsicheren Satelliteninfrastruktur IRIS² voran. Nach monatelangen Verhandlungen haben die EU-Kommission und das Industriekonsortium SpaceRise die Verträge für die Umsetzung des Megaprojekts unterzeichnet. Damit stehen die detaillierten Systementwürfe, Zeitpläne und Finanzierungsanteile fest. Zudem wächst die Hauptkonstellation um 66 zusätzliche Satelliten auf insgesamt 348 Einheiten. Ab 2029 sollen die ersten Dienste für staatliche Nutzer in Betrieb gehen.

Kapazität für staatliche Nutzer

Vorgesehen sind 330 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn sowie 18 in einer mittleren. Ergänzend können bei Bedarf weitere Komponenten für Spezialmissionen hinzukommen. Mit dem Ausbau reagiert die EU auf die verschärfte Sicherheitslage und will ihre Abhängigkeit von ausländischen Anbietern wie Starlink verringern.

Die zusätzlichen 66 Satelliten werden in einer speziellen Umlaufbahn stationiert und bilden laut Plan eine eigene Sicherheitsschicht. Sie sollen militärischen Stellen, Geheimdiensten sowie zivilen Rettungsdiensten eine ausfallsichere und abhörsichere Kommunikation ermöglichen. Nach Angaben der EU steigt dadurch die geschützte Übertragungskapazität für staatliche Nutzer innerhalb der Gemeinschaft um rund 60 Prozent, weltweit um 54 Prozent.