Der Trend zu lokalen KI-Systemen hält weiter an: Die Modelle, oftmals mit Open Weights versehen und/oder quelloffen, werden immer mächtiger und bedingen weder kostenpflichtige Abonnements noch ständig höhere Token-Kosten. Schon als es mit der Welle lokaler Agenten wie OpenClaw losging, sorgte das für einen Boom bei vergleichsweise kostengünstigen und für KI-Anwendungen gut geeigneten Apple-Rechnern. Doch offenbar wurde der Hersteller dabei kalt erwischt: Wie der im Silicon Valley erscheinende IT-Newsdienst The Information unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, ist Apple immer noch dabei, sich an die ungewohnte Nachfrage anzupassen.

„Zehntausende“ Mac minis für OpenAI

Zu erkennen ist das etwa bei den neuen Mac minis mit M5 Pro und M6 sowie Mac Studio mit M5 Max und M5 Ultra. Die Geräte wurden angekündigt, werden aber erst Wochen später ausgeliefert. Von der Top-RAM-Variante mit 512 GByte beim Mac Studio M5 Ultra hat Apple nicht einmal den Preis genannt – sie kommt wohl nicht vor Oktober. Die frühe Vorstellung der neuen Geräte im August soll laut The Information mit dem KI-Boom zu tun haben. KI-Labore und KI-Cloud-Anbieter kauften die Geräte „in LKW-Ladungen“.

Apple soll bereits im Juni ein „Business at the Park“-Event veranstaltet haben, bei dem neben Apples Top-Management in Person von Tim Cook und John Ternus auch hohe Mitarbeiter von Anthropic, Disney oder Ford vor Ort waren. Apple habe dabei propagiert, dass KI-Anwendungen besser lokal als in Rechenzentren genutzt werden sollten. Der Mac mini sei dabei der „Darling“ der Veranstaltung gewesen. Firmen wie OpenAI sollen laut dem Bericht „Zehntausende“ Mac minis und Mac Studios für das Reinforcement-Learning erworben haben. Anthropic mietet Mac minis bei Amazon Web Services. Erste Anbieter erwerben für eigene „Neoclouds“ große Mengen an Apple-Hardware, um sie in ihre Rechenzentren zu stellen und dann die dort laufenden KI-Anwendungen zu vermieten.