Das muss für so eine Klatschheftredaktion ein komisches Gefühl sein: Wenn sich eine der vielen Quatschgeschichten, die sie sich Woche für Woche ausdenkt, plötzlich als wahr erweist. Dies ist soeben dem „Neuen Blatt“ widerfahren, das prompt in die Offensive geht: „Wir wussten es zuerst!“, posaunt es über Harrys und Meghans Umzug nach England heraus. „Schon Ende Juni hat ,Das neue Blatt‘ über die Rückkehr der Familie berichtet. Erst jetzt ist es offiziell.“Das ist natürlich ein Scoop. Nicht uninteressant in diesem Kontext, was die Zeitschrift über das Paar noch so als erste – und einzige – gewusst hat: „Harry & Meghan – Jetzt ist es offiziell – Blitz-Scheidung noch in diesem Jahr“ zum Beispiel (November 2025). Oder: „Ein Vertrauter packt aus – Meghan & Harry – Zwillinge! Die wunderbare Überraschung“ (Februar 2020). Und viele, viele weitere Ereignisse, die bisher nicht eingetroffen sind. Doch wer weiß: Vielleicht arbeitet die Zeit auch hier für „Das neue Blatt“. Nur nicht die Hoffnung fahren lassen.Ein Kampf um die Deutungshoheit ist derweil zwischen „Gala“ und „Bunte“ entbrannt: Wie nennen wir nach dem an den „Brexit“ angelehnten „Megxit“ nun die Kehrtwende? Sie wagten, lässt uns „Gala“ wissen, „nun den Schritt zurück (,Backxit‘)“. Hat jemand noch einen schlechteren Vorschlag? Ja, „Bunte“: Sie nennt das Ganze „Re-Megxit“, wie einen Remix von David Guetta. Für den Fall, dass sie schon bald wieder abreisen, werfen wir „Wieder-Wegxit“ in den Ring, sollten sie künftig mal hier und mal dort wohnen, den „Flexit“. Noch keinen eigenen Vorschlag hat „Bild“ gemacht, die über den Backxit-Re-Megxit schreibt: „Die Mitarbeiter im Palast sind perplex und überrumpelt von dieser Nachricht.“ Perplexit?Broke und all washed upGedanken um Wörter macht sich auch Jenny Elvers, welche die Tatsache, dass sie sich zum gefühlt hundertsten Mal für ein Reality-TV-Format – diesmal: „Villa der Versuchung“ – hergibt, in der Sendung laut dem „Neuen Blatt“ wie folgt begründet hat: „Ich bin nicht pleite. Ich bin die elegante Form: Ich bin broke.“ Was, wie „Das neue Blatt“ petzt, „auf Englisch das Gleiche bedeutet“. Man kennt ja bereits „Ich bin vintage“, die elegante englische Form von „Ich bin alt“. Für jemanden wiederum, dessen Karriere komplett am Ende ist, bietet sich an: „I’m all washed up“. Da meint man immerhin den angenehmen Duft von Waschpulver zu verspüren.