Sie kann es nicht lassen. Obwohl Stillschweigen über das Treffen von König Charles und seiner Frau Camilla mit der Familie Sussex vor vier Wochen vereinbart wurde, hat Schwiegertochter Meghan kurz nach ihrer Rückkehr nach Kalifornien bei einem Abendessen mit prominenten Freunden über die Begegnung auf dem privaten Landsitz Highgrove gesprochen. Das zumindest behauptete die amerikanische Fernsehköchin Martha Stewart in dieser Woche. Und genau das wollte der Großvater von Harrys und Meghans Kindern, Prinz Archie und Prinzessin Lilibet, verhindern.Darum auch wurde das Herzogspaar offenbar gründlich durchsucht, bevor es am 10. Juli zum König vorgelassen wurde. Damit sollte wohl sichergestellt werden, dass Harry und Meghan die privaten Gespräche nicht heimlich filmen oder aufzeichnen können. Was genau Meghan in Kalifornien ausplauderte, wollte oder konnte die 85 Jahre alte Martha Stewart nicht sagen.Spekuliert wird zudem auch darüber, was Harry und Meghan veranlasst haben könnte, sich wieder der Familie im Königreich anzunähern. Kurz vor dem Treffen in Highgrove hatte der Zweitgeborene vor Gericht eine herbe Schlappe erlitten. Am 7. Juli war die Klage von Harry und anderen Prominenten wie Elizabeth Hurley und Elton John gegen den Herausgeber der „Daily Mail“, der „Mail on Sunday“ und deren Onlineportale abgewiesen worden. Ein Verdacht sei noch kein Beweis, ließ das Gericht dazu wissen. Die Kläger behaupteten zwar, ihre Telefone seien abgehört worden, die angeblich unrechtmäßige Beschaffung privater Informationen und damit einen Eingriff in ihre Privatsphäre konnten sie aber nicht wirklich belegen.Müssen Harry und Meghan ihr Haus in Kalifornien verkaufen?Nun macht die Gegenseite ihrerseits Forderungen geltend, und die könnten den Herzog und die Herzogin von Sussex, deren Geschäftsmodell bisher daraus bestand, selbst Privates aus dem Königshaus öffentlich zu machen, um damit Geld zu verdienen, in den Ruin treiben. Angeblich bis zu 30 Millionen Pfund (36 Millionen Euro) will das Unternehmen Associated Newspapers Limited, zu dem die genannten Zeitungen gehören, unter anderem für Anwalts- und Gerichtskosten. Schon wird spekuliert, ob Harry und Meghan ihr Haus in Montecito in Kalifornien verkaufen müssen, um diese Rechnung begleichen zu können.Meghan feierte in dieser Woche trotzdem – ihren 45. Geburtstag am Dienstag. Zu dem Anlass postete sie ein paar Bilder auf ihrem sonst kaum noch gepflegten Instagram-Kanal, darunter zwei Schwarz-Weiß-Bilder, wie sie in einem Badeanzug mit einem Haufen Luftballons in ein Schwimmbecken springt. Dazu bedankt sie sich für „die Geburtstags-Liebe“.Grüße und gute Wünsche aus London blieben allerdings aus. Kein Wort in den sozialen Medien oder mittels Palastmitteilung von König und Königin oder Bruder William und seiner Familie. Dafür soll es einen einfachen protokollarischen Grund geben: Glückwünsche an eine Privatperson werden privat übermittelt. Seine Geburtstagsgrüße dürfte Charles seiner Schwiegertochter wohl persönlich übermittelt haben, privat und vertraulich. Ob William seiner Schwägerin gratulierte, darf hingegen bezweifelt werden.Lady Sarah Chatto ist ins Rampenlicht gerücktDa mit den beiden Abtrünnigen so schnell nicht zu rechnen sein wird, scheint sich das personell unterbesetzte britische Königshaus zunehmend auf Familienmitglieder zu besinnen, die bisher nur sehr selten in Erscheinung getreten sind. Dazu zählt Lady Sarah Chatto, die in diesem Sommer plötzlich mehrfach ins Rampenlicht gerückt ist. Sie ist die einzige Nichte von Königin Elisabeth II. und damit eine Cousine des Königs, zu dem sie ein enges Verhältnis pflegt. Genauso wie lange zu dessen Sohn Harry, der ihr Patensohn ist.In der königlichen Loge in Wimbledon: Lady Sarah Chatto, die Cousine des britischen Königs, und ihr Mann Daniel ChattoReutersIhre Mutter war die jüngere Schwester von Elisabeth II., Prinzessin Margaret. In der Thronfolge steht sie aktuell auf Platz 30. Doch darum geht es nicht: Einige aus dem arbeitenden Kreis der Mitglieder der Königsfamilie sind noch weiter hinten in der Liste zu finden, etwa der Herzog von Gloucester (Platz 33) und der Herzog von Kent (Platz 43).Lady Sarah ist Künstlerin, und die Zweiundsechzigjährige ist auch mit einem Künstler verheiratet – Daniel Chatto. Die beiden haben zwei Söhne. Im Frühjahr war sie zunächst beim Ostergottesdienst mit der königlichen Familie zu sehen, danach begleitete sie Charles und Camilla anlässlich des 100. Geburtstags von Elisabeth II. im April zu einer Ausstellung.Ein Tänzchen in Ehren: Charles III. erfreut sich in seinem Kilt an den Darbietungen bei den Mey Highland Games in Caithness.dpaLady Sarah begleitete den König auch zu den Highland GamesIm Juni war sie dann zu Gast bei der Hochzeit von Peter Phillips, dem Sohn von ihrer Cousine Prinzessin Anne, danach fuhr sie mit ihrer Familie in einer der Kutschen bei der Eröffnung von Royal Ascot mit, wenig später saß sie in der königlichen Loge beim Tennisturnier in Wimbledon, und in dieser Woche war sie mit dem König bei den Mey Highland Games in der schottischen Grafschaft Caithness.Auch im spanischen Königshaus gab es zuletzt ein privates und zuvor geheim gehaltenes Familientreffen. Altkönig Juan Carlos traf auf Mallorca seine Frau Sofía. Mit am Tisch im Marivent-Palast, der Sommerresidenz der Königsfamilie in Cala Mayor, saßen auch ihre beiden Töchter, die Infantinnen Elena und Cristina, sowie mehrere Enkel. König Felipe VI. und seine Frau konnten das Wiedersehen umgehen, sie trafen am letzten Sonntag im Juli Opfer der Brandkatastrophe auf dem spanischen Festland. Seit 2018 war Juan Carlos nicht mehr auf Mallorca gewesen. Sofía wiederum hat ihren Mann noch nie in Abu Dhabi besucht, wohin sich der frühere Monarch 2020 zurückgezogen hat.Empfang im Marivent-Palast: Die frühere Königin Sofía (rechts) darf auf Mallorca nicht fehlen, wenn König Felipe VI. (von links), Königin Letizia und die Prinzessinnen Leonor und Sofía zum traditionellen Abendessen in ihre Residenz einladen.EPAFelipe VI. hält größtmögliche Distanz zu seinem VaterTraditionell verbringt die spanische Königsfamilie ihren Sommerurlaub auf Mallorca, Felipe liebt das Segeln, wie schon sein Vater, zu dem der Sohn nach all den Affären des Altkönigs größtmögliche Distanz hält. Doch auch ein Empfang für geladene Gäste von den Balearen steht alljährlich auf dem Programm, an dem die beiden Prinzessinnen Leonor und Sofiá (benannt nach der Großmutter) erst zum zweiten Mal teilnahmen.Die Thronfolgerin und ihre jüngere Schwester scheinen unzertrennlich. Anders als Leonor, die einmal Oberbefehlshaberin der spanischen Streitkräfte sein wird, hat sich Sofía gegen eine Militärlaufbahn entschieden. Die Neunzehnjährige studiert schon seit einem Jahr Politik und Internationale Beziehungen am Forward College, einer privaten Hochschule. Das Studium dauert drei Jahre und führt sie an alle drei Standorte der Universität: Lissabon, Paris und – Berlin.Eigene Wege geht auch der jüngste Sohn des belgischen Königspaars, Prinz Emmanuel. Er ist 20 Jahre jung und steht hinter seiner Schwester Elisabeth und seinem Bruder Gabriel an der dritten Stelle in der belgischen Thronfolge. Gerade hat er seine vierte Single herausgebracht mit dem Titel „Wonder“. Der Prinz, der von klein auf Saxophon spielt, ist Musiker und zugleich auch Komponist, sein Künstlername lautet DJ Vyntrix.Auf Instagram bedankte er sich in dieser Woche für all die Nachrichten und die Unterstützung bei seinem selbst geschriebenen Projekt. Schon vor einem Jahr kam eine erste Single heraus mit dem Titel „Rio“, die zweite hieß „Palast“ (!), die dritte „Free“. Es sind wohl auch Anspielungen darauf, dass ihm seine Eltern, König Philippe und Königin Mathilde, die Freiheit lassen, eine Karriere als Künstler einzuschlagen.