TV-Star und Investigativreporter Sigfrido Ranucci: Wusste er von den Plänen, sein Haus zu bombardieren?

Hat der populäre Investigativjournalist Sigfrido Ranucci versucht, eine politische Karriere vorzubereiten, indem er sein eigenes Haus bombardieren ließ? Oder nutzte die Regierung Meloni solche Gerüchte, um einen Kritiker kaltzustellen? Das sind die Fragen rund um die »Affäre Ranucci«, die Italien derzeit beschäftigt.

Im Kielwasser des noch ungeklärten Skandals gerät das öffentlich-rechtliche Sendernetzwerk Radiotelevisione Italiana (Rai) erneut in die Kritik. Spätestens seit den Regierungszeiten des Ministerpräsidenten und Immobilien- und Medienzaren Silvio Berlusconi steht die Verwaltungsstruktur von Rai immer wieder im Mittelpunkt hitziger Debatten. Die Kernfrage hier: Steht das Netzwerk zu sehr unter der Kontrolle der jeweiligen Regierung?

Begonnen hatte die »Affäre Ranucci« im Oktober 2025, als ein Bombenattentat auf das Haus des populären Investigativreporters verübt wurde. Zwei Autos wurden zerstört, niemand wurde verletzt. Ranucci genoss ab dem Zeitpunkt Personenschutz. Als Auftraggeber des Anschlages wurde damals die Mafia vermutet, über deren Machenschaften Ranucci immer wieder berichtet hatte. Der Moderator des populären Politmagazins »Report« gewann weiter an Ansehen.