Bislang galten lange Sternenbänder am Rand unserer Galaxie als vielversprechende Orte, um Dunkle Materie aufzuspüren. Eine aktuelle Studie, die im Fachmagazin The Astrophysical Journal veröffentlicht wurde, zieht diese langjährige Annahme jetzt in Zweifel.Anzeige
Ein Forschungsteam der US-amerikanischen University of Washington konnte nachweisen, dass die Schwerkraft der Milchstraße selbst für Lücken und Knicke in diesen Strömen verantwortlich sein kann. Bisher wurden genau diese Verformungen oft als Beweis für durchziehende Klumpen aus Dunkler Materie interpretiert, da sie sich in herkömmlichen Modellen nicht anders erklären ließen.
Simulationen ohne Dunkle Materie zeigen bekannte Muster
Sternströme entstehen, wenn kleinere Zwerggalaxien oder Kugelsternhaufen von der Gravitation einer größeren Galaxie eingefangen und zu langen Fäden auseinandergezogen werden. In der wissenschaftlichen Beobachtung der Milchstraße fallen viele dieser Ströme durch Lücken, Verzweigungen oder sogenannte Kokons auf, die scheinbar von unsichtbaren Massen verursacht werden.Anzeige
Um den Ursprung dieser komplexen Muster zu ergründen, erschufen die Astronom:innen um den Forscher Arpit Arora am Computer Modelle von vier milchstraßenähnlichen Galaxien mit unterschiedlichen Entstehungsgeschichten. Wie das Wissenschaftsportal Knowridge berichtet, setzten die Forscher:innen in diese digitalen Modelle rund 15.000 simulierte Sternströme ein und ließen das System über einen simulierten Zeitraum von fünf Milliarden Jahren rotieren.






