Unsere Kolumnistin verabschiedet sich und zieht Bilanz. Da ist ein hübsches graues Haar, da ist Sorge und die Freundschaft. Und einer, der tröstet.

Berlin, Hackescher Markt, Midlife, immer irgendwo zwischen Hass und Liebe, doch die Liebe, die bleibt

Jürgen Ritter/imago

M ein Midlife sieht nach zwei Jahren so aus: Ich komme mal wieder zu spät aus der Redaktion und schiebe mein Fahrrad über den Hackeschen Markt, wo mir ein Straßenbarde einen Herzschmerzsong von Bon Jovi entgegenschmettert. Ich lebe also immer noch in Berlin, obwohl mir diese Stadt mittlerweile oft auf die Nerven geht, und ich arbeite immer noch für die taz.

Gerade erst wurde mir bei Social Media Prestige steigernde „Fettaneignung“ vorgeworfen, weil mein Plädoyer für mehr körperliche Selbstakzeptanz mit dem Foto einer Frau bebildert wurde, die mehr wiegt als ich. Willkommen im Leben einer linken Kulturjournalistin. Ich schätze die meisten meiner Le­se­r*in­nen trotzdem.