Die Dezernenten, deren Broterwerb die Stadtpolitik ist, sind der sichtbare Teil der Frankfurter Stadtregierung. Der Magistrat besteht jedoch aus mehr als den zwölf Hauptamtlichen: Weitere 14 Stadträte kommen ehrenamtlich der Aufgabe nach, das Verwaltungshandeln zu begleiten, die dafür notwendigen Beschlüsse des Stadtparlaments vorzubereiten und, wenn es gewünscht ist, die Stadt bei den unzähligen Veranstaltungen, die es in einer Großstadt wie Frankfurt gibt, zu repräsentieren. Das Besondere dieser Runde der 14 Ehrenamtlichen ist es, dass sie das Stärkeverhältnis der Fraktionen im Stadtparlament abbilden sollen. Deshalb ist auch die Opposition im Magistrat vertreten – aber nur als Minderheit.In der jüngsten Sitzung des Frankfurter Stadtparlaments wurde, damit die neue Stadtregierung fünf Monate nach der Kommunalwahl ihre Arbeit aufnehmen kann, zu sehr später Stunde auch der ehrenamtliche Magistrat für diese Wahlperiode gewählt. Anders als bei früheren Wahlen hat es dabei keine Überraschungen gegeben. Alle neun Fraktionen des Frankfurter Stadtparlaments sind im ehrenamtlichen Magistrat vertreten.14 Ehrenamtlichen sind voll stimmberechtigtDrei Fraktionen, darunter die FDP, haben dazu zusätzliche Stimmen von den anderen Fraktionen oder den drei Stadtverordneten, die als Einzelkämpfer im Stadtparlament vertreten sind, benötigt. Offenbar haben die Liberalen ausreichend für sich geworben: Die bisherige Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst, die erst am Nachmittag endgültig als Dezernentin abberufen worden war, wird künftig als ehrenamtliche Stadträtin die FDP im Römer vertreten.Daniela Birkenfeld ist ehrenamtliche Stadträtin der CDU.Carlotta SteinkampOhnehin finden sich in dieser zweiten Reihe des Frankfurter Politikbetriebs im Römer viele bekannte Namen der Stadtpolitik. Für die CDU etwa werden auch künftig wieder die frühere Sozialdezernentin und hessische Opferbeauftragte Daniela Birkenfeld, der Stadtverordnete und inzwischen langjährige ehrenamtliche Stadtrat Bernd Heidenreich und der ehemalige Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler Mitglieder des ehrenamtlichen Magistrats sein.Die 14 Ehrenamtlichen nehmen voll stimmberechtigt an den Magistratssitzungen teil, zu denen man in Frankfurt in der Regel alle 14 Tage auf Einladung des Oberbürgermeisters in nicht öffentlicher Sitzung zusammenkommt. Vertraulichkeit ist vereinbart, und wer Magistratsmitglied ist, kann nicht gleichzeitig der Stadtverordnetenversammlung angehören.Die Grünen sind die zweitstärkste Kraft im RömerDoch was ist so interessant daran, in diesem Gremium mitzuwirken? Um bei dem Beispiel der CDU zu bleiben, die in den vergangenen fünf Jahren auf der Oppositionsbank saß, war es die Möglichkeit, frühzeitig zu erfahren, mit welchen Themen sich die Stadtregierung befassen will, um darauf mit eigenen Anträgen reagieren zu können. „Das ist der einzige Ort, um zu merken, was in der Stadtregierung abgeht und wie die Stimmung unter den Dezernenten ist“, so fasst es ein ehemaliges Mitglied zusammen.Beatrix Baumann vertritt Die Grünen im ehrenamtlichen Magistrat.Wonge BergmannDie Grünen, inzwischen nur noch zweitstärkste Kraft im Römer, sind im ehrenamtlichen Magistrat ebenfalls wieder mit drei Politikern vertreten. Das sind die langjährige Stadtverordnete und frühere Parteichefin Beatrix Baumann, die bisherige finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion Martina Düwel, die vermutlich der neuen Kämmerin Susanne Serke (CDU) auf die Finger schauen wird, und eine Nachwuchspolitikerin. Felicitas Dubuque, bisher Sprecherin der Grünen Jugend, hat in den vergangenen Monaten die neue Römerkoalition für die Grünen mit ausgehandelt.SPD mit zwei Politikern im GremiumGregor Amann ist ehrenamtlicher Stadtrat der SPD.Die SPD wird wieder von zwei Politikern in dem Gremium vertreten: wie bisher schon von der Fluglärmschutzbeauftragten Ina Hauck und nun auch von Gregor Amann, einem gestandenen SPD-Politiker. Er ist mit einer Unterbrechung, in der er Bundestagsabgeordneter war, seit 1999 Mitglied des Stadtparlaments gewesen.Die anderen sechs Fraktionen stellen jeweils einen ehrenamtlichen Stadtrat: Neben Wüst für die FDP, entsendet die Linke wieder Margarete Wiemer, langjährige Betriebsratsvorsitzende des städtischen Klinikums in Höchst, in das Gremium. Volt wird künftig vom bisherigen Fraktionschef Martin Huber vertreten. Die neu gebildete Fraktion von BFF-DFRA-Freie Wähler entsendet den früheren SPD-Politiker und Travestiekünstler Thomas Bäppler-Wolf, inzwischen Mitglied der Wählergemeinschaft Die Frankfurter. Die Fraktion ÖkoLinX-ELF-PARTEI wird wieder von Maximilian Klöckner vertreten und die AfD wieder von der früheren Stadtverordneten Monika Krause.