Wie wäre die Geschichte des 20. Jahrhunderts verlaufen, wenn Hitler und seine NSDAP 1933 nicht an die Macht gekommen wären? Was wäre geschehen, wenn man 1930 auf eine Gruppe preußischer Beamter um den Juristen Robert Kempner gehört hätte, die nicht nur die Absicht der Nazis dokumentiert hatten, die Weimarer Republik zu zerstören, sondern auch auf ein Verbotsverfahren drangen? Was wäre passiert, wenn die damalige Reichsregierung unter Heinrich Brüning ein solches Verfahren nicht abgelehnt hätte, weil man dazu „noch nicht abschließend Stellung nehmen“ könne? Ob all das die Diktatur, den Krieg und die Schoa verhindert hätte, wissen wir nicht. Wir wissen nur: Man hätte nichts unversucht lassen dürfen.Auch heute haben wir es wieder mit einer Gefahr für die Demokratie durch extreme Rechte zu tun. Mit einer AfD, die zunehmend als rechtsextremistisch betrachtet werden muss und die in einigen Bundesländern vom Verfassungsschutz auch genauso eingestuft wird. Nun hört man allenthalben: „Die AfD ist nicht die NSDAP.“ Das mag zutreffen, doch dabei gerät ein viel naheliegenderer Vergleich aus dem Blick: Erst vor wenigen Jahren, im Jahr 2017, hat das Bundesverfassungsgericht die NPD ausdrücklich als verfassungsfeindlich eingestuft – als eine Partei, die „wesensverwandt“ mit dem Nationalsozialismus ist und die Menschenwürde missachtet.