Kanzler Friedrich Merz hat sich in einer TV-Runde einen scharfen verbalen Schlagabtausch mit einer Kinderärztin geliefert. Die Ärztin aus Niedersachsen fragte den Kanzler in der RTL-Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz“ von Moderatorin Pinar Atalay, warum er seinen Amtseid breche und menschenverachtende und zerstörerische Gesetze wie das Sparpaket bei den Gesundheitsausgaben erlasse.„Das geht jetzt ein bisschen über das normale Maß der Kritik hinaus“, antwortete Merz. Er sei bereit, Kritik hinzunehmen, sagte Merz. „Dass wir Probleme haben und dass wir die lösen müssen, einverstanden. Aber das geht zu weit. Das ist eine persönliche Herabsetzung, die geht zu weit.“Man könne ja sagen, man sei nicht einverstanden mit dem, was die Bundesregierung tue. „Aber uns, und auch mir persönlich, einen vorsätzlichen Bruch meines Amtseides vorzuwerfen, das ist schon ziemlich harter Tobak.“ Er weise den Vorwurf mit Entschiedenheit zurück, „dass ich vorsätzlich die Zukunft dieser Kinder zerstöre“.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Merz wies Vorwürfe zurück, die Gesundheitsreform gehe eher auf Kosten der Versicherten als etwa der Pharmaindustrie. „Das ist ein Gefühl. Aber das entspricht nicht unserem Gesetz“, sagte der Kanzler. Die Bundesregierung habe alle Beteiligten am Gesundheitswesen mitbelastet und „aufgefordert und auch dazu gebracht, Einsparbeiträge zu leisten“. Merz ergänzte: „Also, ich finde, Sie machen sich das ein bisschen leicht.“Manchmal habe ich das Gefühl, Deutschland wird wie eine Zitrone auf den letzten Metern noch ausgepresst.Kinderärztin in der Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz“ Kinderärztin kritisierte Vorhaben der Bundesregierung Die Kinderärztin kritisierte in der Sendung, dass das Gesundheitssystem „vor einer Katastrophe“ stehe, die von der Politik „massiv befeuert“ werde. Darüber hinaus bezeichnete sie das Gesetz zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen als „menschenverachtend und zerstörend“. In dem Zusammenhang fragte sie Merz: „Warum brechen Sie Ihren Amtseid?“Weiter zählt die Kinderärztin auf, welche Vorhaben der Bundesregierung aus ihrer Sicht fatal seien – so etwa die geplante Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag, die geplante Streichung des Kindersofortzuschlags, die Kürzungen im ambulanten Bereich sowie die Krankenkassenreform. „Manchmal habe ich das Gefühl, Deutschland wird ein bisschen wie eine Zitrone auf den letzten Metern noch ausgepresst.“ Merz kontert Kritik eines Familienvaters Harsche Kritik bekam Merz in der Sendung auch von einem Vater zu hören, der monierte, dass Familien seiner Ansicht nach in der Politik des Bundeskanzlers nicht vorkämen: „Warum lassen Sie uns mit unseren Problemen alleine?“, fragte er.„Ich finde, Ihre Kritik ist ein bisschen zu hart“, antwortete der Kanzler. „Wir tun nach wie vor viel für die Familien.“ Er wisse natürlich, dass man mehr tun könnte, aber die Spielräume für die öffentlichen Haushalte seien begrenzt. (dpa, Tsp)