Im Thüringer Landtag ist die AfD zum zweiten Mal daran gescheitert, Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) in einem Misstrauensvotum durch ihren Fraktionschef Björn Höcke zu ersetzen. Es stimmten nur 33 Abgeordnete dafür, mindestens 45 Stimmen hätte es gebraucht. Rein rechnerisch stimmte eine Person mehr dafür, als es AfD-Abgeordnete im Landtag gibt.Es war der zweite AfD-Versuch in diesem Jahr, Voigt aus dem Amt zu drängen. Offizieller Anlass war diesmal die Aberkennung des Doktortitels des Ministerpräsidenten von der TU Chemnitz, wogegen dieser klagt. Die anderen Fraktionen im Landtag hatten bereits vor der Abstimmung angekündigt, dass sie nicht für Höcke stimmen würden.Dennoch war die geheime Abstimmung im Erfurter Landtag dennoch mit Spannung erwartet worden, weil es bei Voigts Koalitionspartner BSW Streit zwischen Bundes- und Landesverband gibt. Deshalb war nicht ganz klar, wie sich die 15 BSW-Parlamentarier in der geheimen Abstimmung verhalten würden.Der AfD-Misstrauensantrag war aber auch im Zusammenhang mit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September von Bedeutung. Dort strebt die AfD eine absolute Mehrheit an. Laut einer neuen ZDF-Umfrage steht sie derzeit bei 40 Prozent, was nicht für eine Alleinregierung reichen dürfte.