Wespen sind schon schlimm genug, aber Hornissen sind der Untergang des Abendlandes, wenn sie zu zwölft anrücken.
B egegnungen mit Wespen (Vespula vulgaris) sind deshalb so unangenehm, weil sich die Viecher mit ihrem Schunkelflug wie Volltrunkene benehmen. Wesentlich lieber nachgerade willkommen ist mir die Europäische Hornisse (Vespa crabro) in ihrer stolzen Pracht, nicht zu verwechseln mit der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) in ihrer verschlagenen Kümmerlichkeit.
Die Asiatische Hornisse ist ein Arschloch und hat hier nichts zu suchen. Hockte ich bei Piaggio im Vorstand, würde ich meine kultigen Roller aus italienischer Fertigung Vespa Crabro nennen, die Billigvariante vom chinesischen Fließband ehrlicherweise Vespa Velutina.
Umso irritierender, was für Irritationen 12 Hornissen auslösen können, wenn sie, angelockt von einem hellen Strahler und ermöglicht durch ein „auf Kipp“ stehendes Fenster, sonore Brummkreise durch den Luftraum einer nächtlichen Küche ziehen. Meine beiden Besucher ergriffen sofort die Flucht ins Wohnzimmer, wo sie sich unter spitzen Schreien und weichen Kissen auf dem Sofa verbarrikadierten. Dabei interessieren sich Hornissen weder für Bier noch für Pflaumenkuchen. Sie attackieren nur bei direkter Bedrohung, Annäherung oder Erschütterung ihres Nestes.









