Schon bevor Freitagabend die Bundesligasaison 2026/2027 offiziell angepfiffen wird, steht fest, welche Fans zumindest modisch meisterlich jubeln können. Der WELT-Style-Check der besten Heim- oder Auswärtstrikots der neuen Saison – und des Schlimmsten.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenNoch bevor die Bundesliga angepfiffen wird, steht fest, dass der FC Bayern München wieder Meister wird. Bei der jährlichen Umfrage unter den Trainern der Liga sagten das elf von 18, sechs wollten sich nicht festlegen und nur einer, Ralf Kettemann vom Aufsteiger Paderborn, tippt auf einen anderen Verein: den VfB Stuttgart. In einer Kategorie stehen die Gewinner der Saison für uns zumindest schon fest, in der für Fans nicht unwichtigen Kategorie „bestes Trikot“. Denn die Anhänger müssen ausbaden, was die Ausrüster und Vereine sich ausgedacht haben, jedenfalls die, die ein aktuelles Jersey ihres Vereins beim Stadionbesuch, in der Eckkneipe oder auf dem Bolzplatz tragen wollen. Sie wünschen sich kaum etwas neben Titeln oder dem Klassenerhalt als ein Trikot, in dem sie sich gern sehen lassen. Prinzipiell haben sie dazu jedes Jahr einige Möglichkeiten. Wir haben aber für die Wahl der Top 10 die „Sonder- oder Ausweichtrikots“ außen vor gelassen – und uns nur die Heim- und Auswärtstrikots der 18 Bundesligisten angeschaut. Hier kommen die in unseren Augen zehn mit dem „besten Look“ und am Schluss noch das Hässlichste. Das gesamte Mittelmaß, es gibt viele Trikots, die weder Begeisterung noch Entsetzen hervorrufen, ersparen wir Ihnen. Einige Vereine sind daher, sorry, Union Berlin, Paderborn oder RB Leipzig, durchs Aufmerksamkeitsraster gefallen.Die Top 10 – die gelungensten Trikots 2026/27Platz 10: Borussia Dortmund (Heimtrikot)Warum: Klassische Konzessionsentscheidung. Borussia Dortmund kommt in die Top 10, weil Ausrüster Puma es nach sehr vielen sagenhaft hässlichen BVB-Trikots geschafft hat, für die neue Saison gleich zwei gute zu entwerfen. Beide sind superklassisch, beide ganz clean in den Vereinsfarben, das Heimtrikot in Gelb, das Auswärtstrikot in Schwarz – BVB pur also. Das Heimtrikot, welches wegen der schwierigen Farbe Gelb noch einen Tick mehr gewürdigt gehört, verzichtet auf alle Muster. Nur Kragen und Ärmel sind dezent weiß-schwarz abgesetzt. Das Wappentier des Ausrüsters springt zudem neben der Brust auch auf den Schultern. Soll das Angriffslust bedeuten? „Echte Liebe“-Dortmund-Fans werden sich jedenfalls fragen: „Hör ma, wat is denn hier los? Da stimmt doch wat nicht. Wo sind denn die ganzen grottenhässlichen Muster hin?“Für wen ist dieses Trikot wie gemacht? Für den Trainer. Es wirkt so klar, stilsicher, defensiv stark und humorlos wie Niko Kovač.Woran erinnert das? Schönere Zeiten – wobei Schönheit in Dortmund ja traditionell kein Kriterium ist.Stilnote: 3+Lesen Sie auchPlatz 9: SV Elversberg (Heim)Warum: Das erste Bundesliga-Heimtrikot der Spielvereinigung 07 Elversberg riecht allein schon wegen der Umstände – 13.000 Einwohner, kleinster Ort eines Bundesligisten ever – nach Sammlerstück. Und tatsächlich hat Ausrüster Nike ein Jersey gestaltet, das es so noch nie (oder zumindest sehr, sehr lange nicht) in der Bundesliga gab. Die Vereinsfarben Schwarz und Weiß sind vorn wie ein großes Schachbrett angeordnet. Das sticht unter allen Trikots in der Liga vom Muster her heraus, auch wenn die Rückseite, nur im unteren Teil mit dem Muster versehen, nicht ganz so stimmig wirkt. Das so Ungewöhnliche wie Nüchtern-Klare passt zum Ruf des „Dorfklubs“ aus dem Saarland, der es mit kluger Strategie bis in die höchste deutsche Liga gebracht hat. Für wen ist das Trikot gemacht: Für Strategen mit Liebe für Klubs, die sonst nicht viele Fans finden. Etwa den ehemaligen Hoffenheim- und RB-Trainer Ralf Rangnick.Woran erinnert das? An eine Schwarz-Weiß-Gescheckte auf der Weide?Stilnote: 3+Platz 8: Hamburger SV (Auswärts)Warum: Ziel des Hamburger SV ist es, in der zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg, sich finanziell und sportlich im Mittelfeld zu etablieren. Das scheint auch modisch die Vorgabe zu sein. Also: keine Experimente. Der Verein gehört damit – wie auch der 1.FC Köln oder Mainz 05 – zu den Klubs, die auf Trikots setzen, mit denen man nichts falsch macht, aber auch nichts wirklich richtig. Dementsprechend ist das weiße Heimtrikot des HSV okay, aber auch schnarchlangweilig. Ebenso klassisch-defensiv, aber dennoch gelungen (ein Malheur?) ist das Auswärtstrikot. Schnörkellos, mit feinen Details. Etwa dem Polokragen – mittlerweile fast ausgestorbenes Detail (kein anderes Bundesliga-Trikot hat so einen in dieser Saison) – und dem „Trefoils“-Logo (Adidas Originals) des Ausrüsters, der bei moderneren Trikots auf drei fette Balken setzt.Für wen ist das Trikot gemacht? Feine Ballkünstler wie Fabio Vieira.Woran erinnert das? Daran, dass Hamburg und England (London, Arsenal, Vieira) im Idealfall für konservative modische Eleganz stehen.Stilnote: 2-Lesen Sie auchPlatz 7: SC Freiburg (Auswärts)Warum: Der Sport Club aus dem Breisgau ist nicht unbedingt für elegante Trikots bekannt. Das weiß-rot-gestreifte Heimtrikot mit seltsamer Diagonale ist dafür wieder ein trauriger Beleg. Das Auswärtstrikot dagegen fällt daher umso mehr positiv – auf. Ein weißes, gut geschnittenes Shirt mit vier schmalen, roten Längsstreifen, auch Wappen und Nike-Swoosh im gleichen Ton. Freiburg folgt damit dem Trend Nummer 1 der Saison: Trikots in elegantem Weiß. Sehr schick, wenn auch nur bedingt geeignet für Bierdusche und Bratwurst auf der Tribüne. Und sicher nichts für alle, die sich im Abstiegskampf dreckig machen müssen. Aber damit hat Freiburg ja schon länger nichts mehr zu tun.Für wen ist das Trikot gemacht? SC-Fans in den Hipstervierteln ferner Großstädte.Woran erinnert das? Das schöne Spiel.Stilnote: 2-Platz 6: Eintracht Frankfurt (Auswärts)Warum: Seit Wochen schon liegen die Eintracht-Fans in der Redaktion hier in Berlin (es sind nicht wenige) uns in den Ohren, dass wir bitte auch das „superschöne“ Auswärtstrikot ihrer Eintracht angemessen würdigen sollten. In den Fanforen des Vereins sei die Begeisterung schier grenzenlos. Das sei ja so besonders, so „weißes Ballett“ und clean und nur die drei schwarzen Streifen auf der Schulter und dann auch noch mit dem alten Eintracht-Wappen für die Traditionalisten. Geschenkt. Sieht tatsächlich tadellos aus. Auch wenn die Idee mit „Retro-in-Weiß“ der Ausrüster Adidas auch für andere Clubs hatte. P.S.: Das Heimtrikot in dynamischen schmalen Streifen in Schwarz-Rot sieht auch gut aus.Für wen ist das Trikot gemacht? Für Deutsche-Bank-Mitarbeiter, die sich eher nicht dreckig machen wollen.Woran erinnert das? An die WM 74. Stilnote: 2Platz 5: FC Augsburg (Heim)Warum: In den vergangenen Saisons schon hatte Augsburg modisch mutige und sehr gelungene Trikots – etwa das schwarze „Römer“-Trikot 2025/26. Aber das war ein Sondertrikot zur Feier von 2000 Jahren römischer Historie der Stadt („Augusta Vindelicum“). Die klassischen Heim- und Auswärtstrikots sahen dagegen meist blass aus. Für die neue Saison haben die Verantwortlichen nun die römische Historie wieder aufgegriffen und direkt aufs Heimtrikot gepackt. Das ist vollflächig gestaltet wie ein Marmorfußboden mit feinen, dunkelroten und dunkelgrünen Adern. Auch die Nummern und Schriftzüge erinnern an die römische Vergangenheit. Sicher nicht Jeder-Fans Sache, aber auf jeden Fall ein Hingucker. Für wen ist das Trikot gemacht? Für Leute, die sich auch gern antikisierende Säulen rechts und links des Eingangs ihres Einfamilienhauses stellen. Woran erinnert das? Gladiator III.Stilnote: 2Platz 4: Schalke 04 (Auswärts)Warum: Die Aufsteiger aus dem „Shithole“ der Liga, als die seit dem Ausruf eines britischen Reporters bei der EM 2024 die „Veltins-Arena“ auf Schalke nebst umliegenden Straßen bekannt sind, schließen sich dem HSV in der konservativen Trikotwahl an. Heimtrikot? Ganz okay. Auswärtstrikot im Adidas-Originals-Look? Nehmen wir sehr gern (wie auch bereits 60.000 Fans). Das nächste Jersey in der Trendfarbe Weiß, versehen mit feinen, blauen Applikationen für Nostalgiker wie dem alten Vereinslogo und ebenfalls dem Trefoil-Emblem. Optisch sicher das Retro-Shirt der Saison. Für wen ist das Trikot gemacht? Für Retro-Kicker wie Edin Džeko und alle Lifestyle-Schalker, nicht nur im Exil.Woran erinnert das? An bessere Zeiten auf Schalke.Stilnote: 2+Platz 3: Werder Bremen (Auswärts)Warum: Werder Bremen mit Hummel als Ausrüster spielt zumindest modisch seit einigen Jahren mit um die Meisterschaft. In der vergangenen Saison mit dem Heimtrikot auf Platz 1, nun mit dem Auswärtstrikot, das in einem tiefem, supereleganten dunklen Grün gehalten ist, auf 3. Ein dezentes Muster aus schmalen Längsstreifen hat es, dazu orange, grün, weiße Rauten an Bündchen und Kragen. Well done, Werder. Abzüge gibt es für das hellblaue Sponsoren-Badge auf dem Ärmel.Für wen ist das Trikot gemacht? Für jeden, der es nicht gerade mit dem Erzrivalen HSV hält.Woran erinnert das? Farblich an Rolex und Ralph Lauren (das Hellblau ignorieren, bitte). Stilnote: 1-Platz 2: Borussia Mönchengladbach (Auswärts)Warum: Die Borussia aus Mönchengladbach schafft es gemeinsam mit Ausrüster Puma in einer einzigen Saison, eines der hässlichsten Trikots (Heim), aber auch eines der schönsten (Auswärts) auf den Markt zu bringen. Das Heimtrikot in Weiß mit seltsam kleingepunkteten grünen Wellen wirkt völlig daneben, das schwarze Auswärtstrikot mit den goldenen Applikationen und feinen Details wie dem Gladbach-Grün unter den Achseln dagegen superedel. Die Kombination aus schwarzem Trikot und goldenen Ornamenten gibt es auch in Elversberg (Auswärts), aber da überzeugen die Details (Kragen!) eben nicht so wie bei der Borussia. Für wen ist das Trikot gemacht? Chris Kramer, wenn er sich mal schick machen will.Woran erinnert das? Goldene Zeiten.Stilnote: 1Platz 1: FC Bayern München (Auswärts)Warum: Deutscher Meister, auch modisch, wird in der Saison nur der FC Bayern. Das Heimtrikot in rot mit schmalen Längsstreifen ist schon gut, aber der absolute Hingucker 2026/2027 ist das Auswärtstrikot der Münchner – natürlich im Adidas-Originals-Retro-Look und natürlich in der Farbe der Saison: blütenweiß. Wobei hier – im Vergleich zu den anderen Varianten des „Weißen Retro-Ballets“ noch der besonders gelungene Einsatz der Farben des Vereinswappens zu loben ist. Blau-weiß-rot an den Bündchen und als Streifen auf den Schultern, dazu der schwarz abgesetzte Kragen. Meisterlich!Für wen ist das Trikot gemacht? Für jeden, der nicht eine Bayern-Allergie hat.Woran erinnert das? An Novak Djokovic in Wimbledon.Stilnote: 1+ Und nun, um gleich mal modisch in den Abstiegskampf überzugehen...Scheußlichstes Trikot der Saison: Bayer 04 Leverkusen (Auswärts) Warum: Bayer Leverkusen will sportlich mit dem neuen Trainer Carles Martínez Novell wieder an die kurze, aber glorreiche Zeit des in jeder Hinsicht stilsicheren Xabi Alonso anknüpfen. Wenn die neuen Trikots ein Indiz sein sollen, dann muss man feststellen: Wird nicht einfach! Das Heimtrikot zeigt sich mit verengenden Längsstreifen in Rot-Schwarz, die sich raketenartig verjüngen. Schwierig! Komplett die Peilung verloren aber haben Werksklub und Ausrüster New Balance beim Design des Auswärtstrikots. Kurzer Abstecher ins Marketingdeutsch der Macher: „Der leuchtende Farbton ‚Terrarium‘ bildet die Grundlage des Designs. Darüber verlaufen dynamische, marmorierte Grafiken in „Light Surf“, „Faded Teal“ und „Deep Sea“, die sich von den Schultern bis zu den Ärmeln erstrecken.“ Die Grafiken und Farben sollen an chemische Reaktionen, entwickelte Farbstoffe und somit die Wurzeln des Konzerns erinnern. Es gibt aber Dinge, die lässt man lieber in der Vergangenheit ruhen. Immerhin soll es eng anliegen, was auch nicht jedem Normalfan steht. Auch das Logo des Sponsors, das Wappen, einfach alles an diesem Jersey ist zum Weggucken.Für wen ist das gemacht: Für den Twitch-Kanal von Victor Boniface? Oder für Robert Andrich beim Abstecher in eine Briten-Kneipe in Magaluf.Woran erinnert das? Den Unfall im Chemiesaal der 10b.Stilnote: jenseits von Gut und Böse