Die Torstraße in Berlin-Mitte soll saniert und umgebaut werden. Unter anderem wird sie neue Radwege erhalten. Doch gegen den Umbau der viel befahrenen Straße – wie ihn der Senat derzeit plant – laufen immer mehr Menschen Sturm. Am Mittwochnachmittag demonstrierte erneut die Bürgerinitiative „Lebendige Torstraße“. Die sechste Veranstaltung der Reihe stand unter dem Motto „Demokratie und Beteiligung“.Die Hitzesommer in der Stadt seien ihre Motivation, sagte Elgin Fischer, die seit 16 Jahren im Kiez lebt, der Berliner Zeitung. Seit Anfang an sei sie Teil der Initiative. „Deshalb kämpfe ich um jeden Baum.“

Unterschiedliche Vorstellungen von Attraktivität

Seit Monaten schwelt die Auseinandersetzung in Berlin-Mitte. Die Senatsverwaltung für Verkehr und Klima unter Senatorin Ute Bonde (CDU) will die zwei Kilometer zwischen Chaussee- und Karl-Liebknecht-Straße grundsanieren und umgestalten. Der „baulich schlechte Zustand“ soll behoben sowie fehlende Verkehrsanlagen für Radfahrer ergänzt werden.Insgesamt will man die Torstraße „zu einer attraktiven Straße mit einer hohen Aufenthaltsqualität“ machen. Weiterhin soll es eine Hauptverkehrsstraße für Autos mit zwei Spuren je Richtung bleiben.

Bei den Anwohnerinnen und Anwohnern kommt etwas ganz anderes an: Bis zu 40 alte Bäume müssen gefällt (und dann neu gepflanzt) werden. Daraufhin gründete sich die Initiative, die mittlerweile aus 60 bis 70 Menschen bestehe, wie Fischer schätzt. Diese haben eine andere Vorstellung von der „Attraktivität“ der Straße.