PfadnavigationHomePolitikDebatte um Reformen„Das Aus der Rente mit 63 kann nicht ab dem 1. Tag kommen“ – Schwarz-Rot will Streit entschärfenStand: 11:23 UhrLesedauer: 3 MinutenCSU-Landesgruppenchef Hoffmann kommentiert bei „WELT – Die Stimme am Morgen“ das TV-Duell zwischen AfD-Spitzenkandidat Siegmund und CDU-Ministerpräsident Schulze. „Dass ausgerechnet die Partei, die die eindimensionalsten Antworten hat, derart um sich schlägt“, wundert sich Hoffmann.Die sogenannte Rente mit 63 soll nach dem Willen von Kanzler Merz möglichst bald abgeschafft werden. Doch es werde Übergangsregeln geben, lassen führende Politiker aus CDU, CSU und SPD verlauten.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenIn der Debatte um die Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 hat Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) Kompromisslinien aufgezeigt. „Das Aus der Rente mit 63 kann nicht ab dem ersten Tag kommen“, sagte die CDU-Politikerin den Sendern RTL und ntv. Es werde „eine Zeit des Übergangs geben, bis das in Kraft tritt, und Härtefallregelungen für besondere Lebensläufe“, fügte sie hinzu.Dies betreffe etwa „Menschen, die vielleicht eine besondere Art des Berufes ausgeübt haben, die Beeinträchtigungen haben“, sagte die Kanzleramtschefin. Die Koalition werde sich dies genau anschauen und dann Regelungen treffen.Lesen Sie auchÜbergangs- und Härtefallregelungen seien auch ein Anliegen der ostdeutschen Ministerpräsidenten gewesen, die sich gegen die geplante Abschaffung der Frühverrentung für langjährig Versicherte ausgesprochen haben, sagte Warken. Dies stehe auch nicht im Widerspruch zu den Empfehlungen der Rentenkommission, die Spielraum für solche Regelungen böten.Sobald ein Gesetzentwurf vorliege, werde er in der Bundesregierung und mit dem Parlament beraten, sagte Warken. „Aber die Rente mit 63, das ist schon auch ein wesentlicher Bestandteil dieses Pakets.“Unmittelbar vor der Klausurtagung der schwarz-roten Regierungsfraktionen kündigte die SPD ebenfalls Übergangsregeln an – und betonte Änderungsbedarf ​am Rentenpaket. „Die Rentenkommission hat einen hervorragenden Vorschlag vorgelegt, der eine Grundlage ist. Und jetzt fängt das parlamentarische Denken an“, sagte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch dem Deutschlandfunk. Die⁠ Rentenkommission selbst habe den Auftrag gegeben, über Übergänge bei der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren nachzudenken. Es gehe auch um Vertrauensschutz und etwa neue Instrumente wie eine Schutzrente, die diejenigen absichern solle, die körperlich hart arbeiten.Lesen Sie auchÄhnlich äußerte sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann bei WELT TV. Er machte ebenfalls deutlich, dass Ausnahmeregeln für Härtefälle angestrebt würden. Damit könne man „die Debatte sehr einfach entschärfen“, sagte er im Talkformat „Stimme am Morgen“.Er verwies auf Sonderregelungen, etwa für Dachdecker und andere Menschen, „die ihr ganzes Leben lang körperlich hart arbeiten und dann halt nach 45 Jahren definitiv einfach nicht mehr können“. Die werde man „im Blick halten“, versprach Hoffmann. „Da gibt es schon Regelungen zur Frühverrentung, die wir im Übrigen in der vorvorletzten Legislaturperiode auch nochmal optimiert haben. Und ich glaube, wenn man diesen Pfad nochmal weitergeht, ihn weiter intensiviert, dann könnte das eine wirklich gelungene Antwort auf diese Herausforderung sein.“Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Vortag klargemacht, dass er die geplante Abschaffung der „Rente mit 63“ – der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren, aktuell mit 64,5 Jahren möglich – durchsetzen wolle – auch gegen Kritik aus der eigenen Partei. Die Koalition sei sich einig, „dass wir alle Anreize zur Frühverrentung beenden müssen“, sagte Merz. Der Kanzler kritisierte dabei auch die ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten, die sich gegen die Rentenpläne gestellt hatten.dpa/lay/rtr