42 vs. 22 Prozent: Schon die erste Grafik des Abends macht klar, wie unterschiedlich die Ausgangslage elf Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist. Im MDR-Format „Fakt ist: Das Duell der Spitzenkandidaten“ treffen Ministerpräsident Sven Schulze und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erstmals im Fernsehen direkt aufeinander.

Es ist Schulze, der fast durchgehend angreift. Der CDU-Ministerpräsident unterbricht Siegmund, stellt ihm eine Frage und redet dann doch in die Antwort hinein. Einmal sagt er nach einer eigenen Unterbrechung mit dem Finger wedelnd: „Reden Sie aus.“ Auch die Moderatoren werden zurechtgewiesen. „Nene, lassen Sie mich mal“, sagt Schulze. An anderer Stelle: „Ganz kurz“ und „unterbrechen Sie mich nicht, das will ich jetzt zu Ende führen“. Für einen amtierenden Ministerpräsidenten ein bemerkenswert ruppiger Auftritt.

Siegmund hält Schulze schließlich vor, er könne „nicht mal wenige Sekunden zuhören“, ohne wieder dazwischenzugehen. Auch die Moderatoren müssen den Ministerpräsidenten mehrfach bremsen. Ihr Ziel sei schließlich, dass die Zuschauer „am Ende klüger und nicht verdummt aus dieser Veranstaltung rausgehen“. Diesen Hinweis scheint Schulze jedoch nicht zur Kenntnis genommen zu haben. Ganz im Gegenteil. Nicht nur Siegmund wird zurechtgewiesen, auch die Moderatoren werden zur Angriffsfläche.