Beim „Migrantenstreik“ bleiben an die 160 Läden in Magdeburg geschlossen. Die Geschäftsleute wollen auf die Gefahr durch die AfD aufmerksam machen.

Der Bingöl-Grill am „Hassel“ ist in Magdeburg eine Institution, er gehört zu den ältesten Dönerläden an prominenter Stelle

Harald Krieg

Am Mittwochvormittag sieht es vor dem Bingöl-Grill in Magdeburg anders aus, als an einem normalen Wochentag. Der Laden ist zu, die Lichter aus und kein Personal im Laden. Statt Kunden, die auf ihr Essen warten, ist vor der Tür eine Menschengruppe im erregten Gespräch über die politische Lage in Deutschland. Jour­na­lis­t*in­nen und Kamerateams sind unterwegs, führen Interviews und filmen durch die Fensterscheiben geschlossener Geschäfte und Restaurants.

Samet beobachtet das Geschehen zufrieden. An einem normalen Wochentag würde sein Unternehmen Bingöl-Grill und viele weitere Geschäfte in der Stadt beliefern, aber heute nicht, denn heute ist „Migrantenstreik“. Gemeinsam mit bis zu 160 weiteren Gewerbebetreibenden in Magdeburg und darüber hinaus hat sich Samet an diesem Tag gegen Profite entschieden: „Geld kommt schnell wieder, aber wenn die Demokratie einmal weg ist, dann kommt sie nicht so schnell wieder“, erklärt er seine Entscheidung.