Die Einnahmen des Staates durch Erbschaften wuchsen 2025 um 60 Prozent. Wer eine Firma erbt, kommt aber oft erstaunlich günstig weg.

Es geht beim Thema Erben in Deutschland immer noch ungerecht zu, auch wenn die Einnahmen gestiegen sind

Stefan Boness

Der deutliche Anstieg der Einnahmen aus der Erbschaftsteuer beflügelt die Debatte über die Gerechtigkeit dieser Abgabe. Obwohl die Finanzämter 2025 rund 21 Milliarden Euro kassierten, gewährten sie auch erstaunliche Ausnahmen für FirmenerbInnen. „Länder wie Frankreich oder Großbritannien ziehen Erben deutlich stärker zur Finanzierung des Gemeinwohls heran“, sagte Sebastian Dullien, der Chef des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie.

Um rund 60 Prozent wuchsen im vergangenen Jahr die Staatseinnahmen aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer, teilte das Statistische Bundesamt mit. 2024 hatten sie noch bei rund 13 Milliarden Euro gelegen. Auch in den Jahren davor war ein Zuwachs zu beobachten. Als wichtigsten Grund für den Anstieg 2025 nannte das Amt die höhere Zahl der Übertragung großer Vermögen über 20 Millionen Euro.