Noch nie kassierte der Staat so viele Milliarden aus der Erbschafts- und Schenkungssteuer wie im vergangenen Jahr. Für Experten gelten die Rekordwerte als Indiz für eine Schieflage in Deutschland.
26.08.2026, 11.50 Uhr
Steuererklärung: Die Einnahmen aus der Erbschaftsteuer sprudeln
Die Einnahmen des deutschen Staates aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer sind im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert geklettert. Insgesamt setzten die Finanzverwaltungen 21,4 Milliarden Euro fest, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Dies ist ein Plus von 60,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der höchste jemals gemessene Wert. Ausschlaggebend war demnach vor allem ein sprunghafter Anstieg bei der Besteuerung sehr großer Vermögensübertragungen von mindestens 20 Millionen Euro. Hier hat sich die festgesetzte Steuer mehr als verdoppelt (plus 146,8 Prozent).
Für das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) ist die Entwicklung ein Indiz für eine wachsende Vermögensungleichheit in Deutschland. „Der Anstieg der Steuereinnahmen geht einzig darauf zurück, dass 2025 in der Summe deutlich mehr Vermögen vererbt oder verschenkt wurde als 2024“, sagte der wissenschaftliche IMK-Direktor Sebastian Dullien. Angesichts knapper Kassen seien Forderungen absurd, die Erbschaftsteuer ganz abzuschaffen. „Ein solcher Schritt würde das Steuersystem noch ungerechter machen, als es ohnehin schon ist, weil es Vermögende entlasten würde“, sagte Dullien.










