Im Justizdrama „Staatsschutz“ lässt Regisseur Faraz Shariat eine Staatsanwältin zum Opfer rechter Gewalt werden. Wie stark ist der Apparat selbst unterwandert?
Die Staatsanwältin Seyo Kim (Chen Emilie Yan, r.) und die Rechtsanwältin Alexandra Tiedemann (Julia Jentsch) in „Staatsschutz“
Lotta Kilian/Juenglinge Film
Kann ein Film zu aktuell sein? Im Fall von „Staatsschutz“ wird die Aktualität in der Tat von unangenehmen Gefühlen begleitet. Teile der Handlung sind zu nah dran an dem, was viele angesichts der zu erwartenden Wahlergebnisse für die nahe Zukunft befürchten oder bereits als Gegenwart sehen.
Die Handlung lässt sich an wie ein normaler deutscher Fernsehkrimi. Eine junge Staatsanwältin wird Opfer eines rassistischen Anschlags. An Meldungen dieser Art haben wir uns erschreckenderweise längst gewöhnt. Es sind die Geschehnisse, die „Staatsschutz“ darauf folgen lässt, die das Gemütlichkeitsgefühl, das deutsche Krimis ihren Zuschauer*innen gewohntermaßen vermitteln, empfindlich stören.






