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Die Eltern von Faraz Shariat sind einst aus dem Iran nach Deutschland geflohen. Das hat ihrem hier geborenen, 32-jährigen Sohn ermöglicht, offen queer zu leben, Kunst zu machen und sich zu einem der begabtesten jungen deutschen Filmregisseure zu entwickeln.

Vor sechs Wochen traf ich Shariat zum Gespräch über seinen neuen Film Staatsschutz, der jetzt in die Kinos kommt. Das Gespräch fand in Berlin, in einer kleinen Galerie an der Potsdamer Straße statt. Was wir damals noch nicht wussten, und man ist versucht, diese Situation im raunenden Tonfall eines Thrillers zu erzählen: 250 Meter entfernt vom Ort unseres Gesprächs lebte Abdul B., ein Mann, der ein paar Tage später, am 25. Juli, in einen gemieteten Kleinlaster stieg, die kurze Strecke zum Tiergarten fuhr und, es war der Abend des Christopher Street Day, in eine Menschenmenge raste. Er tötete eine Frau und verletzte 31 Menschen, einige davon schwer; einen Tag später wurde er in Spandau von Polizisten erschossen, auf die er, wie verschiedene Quellen meldeten, mit einer Stichwaffe zugerannt war.