Die Schufa hat Daten von Millionen Menschen länger gespeichert, als sie es kommuniziert hat. Das deckte die Süddeutsche Zeitung gemeinsam mit dem NDR im Juli auf. Die Datenschutz-NGO Noyb mahnte die Schufa daher ab und kündigte eine Unterlassungsklage an. Außerdem droht der Schufa eine Sammelklage. Noyb hat eine Interessentenliste eröffnet, auf der sich Betroffene eintragen können, um später über eine Klage informiert zu werden.„Die Schufa hat nicht nur das Recht gebrochen, sie hat Betroffene angelogen und geschädigt. Wir wollen diese Schäden auf gemeinnütziger Basis einklagen“, erklärt der Noyb-Vorsitzende Max Schrems. Aus der Sammelklage könnte nach Schätzung von Noyb ein Schadenersatz von etwa 500 Euro pro Person hervorgehen.Laut eigenen Angaben speichert die Schufa Daten von etwa 69 Millionen Menschen in Deutschland. Alte Daten, die die Verbraucher nicht mehr einsehen können, hat sie jedoch zum Teil nicht gelöscht, sondern weiterverwendet, um diese unter anderem Unternehmenskunden zu zeigen. Damit begehe die Schufa Rechtsbruch, da die Daten nur vermeintlich gelöscht werden, so ein Datenschutzjurist von Noyb. Die Schufa selbst erklärt, das „historische Datenarchiv“ sei unter anderem notwendig, um rechtlichen Pflichten nachzukommen.
Schufa droht Sammelklage wegen „Schattendatenbank“
Die Schufa soll Millionen als gelöscht geltende Daten möglicherweise unrechtmäßig gespeichert haben. Eine gemeinnützige Datenschutzorganisation will dagegen klagen.







