Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach Darstellung von Unionsfraktionschef Thorsten Frei trotz aller Kritik noch nie über einen Rückzug nachgedacht. „Nein“, sagte der CDU-Politiker auf eine entsprechende Frage in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Ein solcher Schritt sei nie ein Thema gewesen, so Frei, der als Kanzleramtschef bis zum Juli die rechte Hand des Kanzlers war.Er wies darauf hin, dass die innen- und außenpolitischen Herausforderungen enorm groß seien. Daran würde sich ja auch nichts ändern, wenn ein anderer vor diesen Aufgaben stehe.Frei räumte ein, dass die Umfragewerte „schrecklich“ seien. Trotzdem sei die CDU nach wie vor die erfolgreichste christdemokratische Partei Europas. Aber die Rahmenbedingungen seien denkbar schwierig. Frei bezeichnet Rentenreform als Jahrhundertprojekt Die zentrale Frage ist aus Sicht von Frei, ob die schwarz-rote Koalition die Kraft hat, im Herbst die geplanten Reformen auf den Weg zu bringen. Die Vorschläge der von der Regierung eingesetzten Rentenkommission bezeichnete er als bahnbrechend, die geplante Reform als ein Jahrhundertprojekt. Es handle sich um einen Kompromiss – nicht nur zwischen politischen Parteien, sondern auch zwischen den Generationen.„Das ist jetzt eben kein Menü, das vor uns liegt, wo man den einen Punkt rausgreift und den anderen liegen lässt“, betonte Frei. Nötig sei jetzt die politische Kraft, auch die unangenehmen Entscheidungen mitzutragen. Mehrheit der Deutschen hält Merz für angezählt Die Mehrheit der Menschen in Deutschland geht einer Umfrage zufolge davon aus, dass Friedrich Merz nicht die volle Wahlperiode lang Bundeskanzler bleiben wird. In einer YouGov-Erhebung im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa rechneten 36 Prozent der Befragten damit, dass der CDU-Vorsitzende dieses Jahr noch Kanzler bleibt, aber vor der Bundestagswahl 2029 abgelöst wird. 18 Prozent gingen sogar von einer Ablösung noch im laufenden Jahr aus.Aus Sicht von 29 Prozent der Befragten bleibt der Kanzler noch mindestens bis zur nächsten regulären Wahl 2029 im Amt. 17 Prozent machten keine Angaben.Aus Sicht einer großen Mehrheit der Befragten hat Merz durch den personellen Umbau im Kabinett, in der Bundestagsfraktion und in der CDU-Spitze vor der Sommerpause nicht an Autorität in seiner Partei gewonnen. Nach Auffassung von 36 Prozent der Befragten hat er sogar stark an Autorität verloren, nach Ansicht weiterer 31 Prozent hat er eher Autorität eingebüßt.Nur 1 Prozent der Befragten geht davon aus, dass er stark an Autorität gewonnen habe. Weitere 5 Prozent glauben, dass dies eher der Fall war. Für 19 Prozent trifft weder das eine noch das andere zu. (dpa)