Im vergangenen Herbst besuchte ich Netanja, eine Küstenstadt nördlich von Tel Aviv, genauer gesagt einen »Ulpan«. Das ist eine Sprachschule für neue Einwanderer nach Israel, die hier Hebräisch lernen. Jeder Jude überall auf der Welt hat das Recht auf die israelische Staatsbürgerschaft, und die Immigration wird mit Anreizen wie dem Ulpan-Unterricht öffentlich gefördert. Die Schüler in Netanja waren eine bunte Truppe, sie kamen aus Russland, den Vereinigten Staaten oder Lateinamerika, waren teils säkular und teils religiös, manche jung, andere schon im Rentenalter. Warum, wollte ich herausfinden, zieht man in diesen Zeiten nach Israel, ein Land im Dauerstress und Dauerkrieg? Ein Land, das durch seinen Gaza-Feldzug zum globalen Paria geworden ist?
Israel: Israel. Eine Verteidigung
Viele, auch in Deutschland, halten das Land mittlerweile für einen Schurkenstaat. Das ist ungerecht, meint unser heimkehrender Korrespondent Jan Roß.










