Trotz der Missbrauchsvorwürfe gegen ihn zeigt das Düsseldorfer K21 eine große Einzelschau von Jon Rafman. Als erstes Haus in Deutschland nach Bekanntwerden der Anschuldigungen.

Jon Rafman, „Main Stream Media“, Ausstellungsansicht, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen 2026

Achim Kukulies

Die wackeligen Bilder sehen aus, als wären sie mit einer GoPro-Kamera aufgenommen. Wir sehen alles wie bei einem Ego-Shooter-Computerspiel aus der Perspektive eines hypermobilen Betrachters am Lenkrad, der mit großer Geschwindigkeit wie bei einer Verfolgungsjagd mit dem Auto wilde Runden in einer nächtlichen, menschenleeren Innenstadt dreht, dann auf eine Schnellstraße rast. Am Straßenrand karge Zweckbauten.

An der Wand eines Hauses läuft ein Zwerg hoch. Eine Tankstelle geht in Flammen auf. Dann die Raffinerie dahinter. Wenige Augenblicke später segeln wir in ein nächtliches Feuerwerk auf dem Nollendorfplatz in Berlin, als würden wir zu Silvester auf der U1 subwaysurfen.