Wie geht es weiter mit dem VW-Werk in Zwickau? Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) erweckte bei einer Veranstaltung in Pirna den Eindruck, die Würfel seien gefallen. Nach der bis 2030 ausgesprochene Standortgarantie solle das Werk geschlossen werden, teilte sie Stadträten aus Pirna, Dohna und Heidenau auf einer nicht öffentlichen Veranstaltung am Montagabend mit, bei der es eigentlich um den Industriepark Oberelbe bei Pirna ging.

Bei VW zeigt man sich über diese Äußerung sehr verwundert. Es habe keinerlei Gespräche im Vorfeld dazu gegeben. Wenn die Ministerin allerdings Gesprächsbedarf habe, könne sie sich jederzeit melden, man sei auskunftsbereit, so ein Sprecher des Unternehmens.Das Infrastrukturministerium lässt ausrichten: „Das war ganz und gar nicht so von der Ministerin gemeint“, so eine Sprecherin. Das Ministerium dementiert nun, dass die Äußerungen an diesem Abend so gefallen seien. Die Ostdeutsche Allgemeine hat sich jedoch von drei verschiedenen Quellen den Inhalt der Aussagen der Ministerin bestätigen lassen.

VW muss sich neu aufstellen und dabei massiv Kosten senken. In dem Zusammenhang war von Werksschließungen die Rede. Zwickau ist einer der gefährdeten Standorte. Aber es ist noch nichts entschieden, so der VW-Sprecher weiter. Man wolle die nächsten sechs bis zwölf Monate nutzen, um für die einzelnen Werke eine Zukunftsstrategie zu prüfen. „Schließungen sind die letzte und auch die teuerste Option“, hatte VW-Vorstand Oliver Blume mitgeteilt.