Mitten in Namibias Fischereigründen soll Meeresboden zur Phosphorgewinnung ausgebaggert werden. Die Umweltlizenz hat die Regierung jetzt erteilt.

Unter dem Wasser soll Phosphorit aus dem Meeresboden abgebaut werden: Dünen der Namib-Wüste an der Küste Namibia

Christian Vorhofer/imago

Als erstes Land der Welt steigt Namibia in den großflächigen Meeresbodenbergbau zur Gewinnung von Phosphor ein. Wie am Montag in der Hauptstadt Windhoek bestätigt wurde, hat die namibische Regierung in diesem Monat die nötige Umweltlizenz für das umstrittene Vorhaben erteilt, deren Fehlen das Projekt über zehn Jahre lang blockiert hatte.

Das Projekt „Sandpiper“ des Unternehmens NMP (Namibia Marine Phosphate) sieht vor, im Südatlantik rund 40 Kilometer vor der namibischen Küste 20 Jahre lang Phosphorit aus dem Meeresboden zu holen. Auf 1,7 Quadratkilometern pro Jahr – insgesamt 34 Quadratkilometer – will NMP durchschnittlich 2,30 Meter Meeresboden in durchschnittlich 215 Metern Tiefe abtragen. Daraus sollen jährlich bis zu drei Millionen Tonnen des Phosphorerzes Phosphorit gewonnen werden.