Etwa 90 Autominuten liegen zwischen Kanzleramt und Schloss Neuhardenberg. Man ist also weit weg von der Hauptstadt und an einem Ort, der sich für große Gesten eignet: In einem weitläufigen Park stehen klassizistische Gebäude, die noch den Geist des preußischen Reformers Karl August von Hardenberg atmen. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder wusste das, als er 2003 dort um seine Agenda 2010 rang. Von diesem Dienstag an kommt hier das Kabinett von Kanzler Friedrich Merz (CDU) zusammen. Das Gut hieß einst Quilitz, Preußen-König Friedrich Wilhelm III. schenkte es 1814 Hardenberg zum Dank für dessen Verdienste um die Modernisierung des Staatswesens. 1944 planten hier Nazi-Gegner das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944. Nach dessen Scheitern kam Schlossherr Carl-Hans Graf von Hardenberg ins KZ. Seine Familie wurde enteignet. Zu DDR-Zeiten diente das Schloss als Lazarett, Schule und Trainingsstätte für Gewichtheber, der Ort hieß nun Marxwalde. 1996 erhielten die Hardenbergs das Schloss zurück, und die Autorin besuchte es auf Familientagen. Inzwischen gehört es dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband, der es zu einem Tagungshotel umbaute.
Was ist Neuhardenberg?
Neuhardenberg ist ein Schloss in Brandenburg, heute ein Tagungshotel. Dort trifft sich diese Woche das Kabinett.










