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Iran-Krieg: USA verschonen China bei Sanktionen Trotz weitreichender Drohungen verzichten die USA auf die schärfsten Sanktionen gegen chinesische Finanzinstitute und Raffinerien. Peking reagiert zurückhaltend.

Chinas Staatsführer Xi, US-Präsident Trump: Geplantes Treffen Ende September nicht gefährden. Foto: Evan Vucci/Pool Reuters/AP/dpaPeking. Die USA haben China mit ihren jüngsten Sekundärsanktionen gegen Geschäftspartner des Irans weitgehend verschont. Trotz weitreichender Drohungen verzichten sie auf die schärfsten denkbaren Maßnahmen, etwa gegen chinesische Finanzinstitute und Raffinerien, die unter dem Verdacht stehen, den iranischen Ölhandel zu unterstützen. Betroffen sind lediglich einige kleinere chinesische Unternehmen und Einzelpersonen.Entsprechend zurückhaltend reagierte das Außenministerium in Peking. Es kritisierte einmal mehr unilaterale Sanktionen und drohte Vergeltungsmaßnahmen an, ohne jedoch konkrete Schritte zu nennen.Die Zusammenarbeit Chinas mit dem Iran habe stets im Rahmen der internationalen Ordnung stattgefunden und sollte weder behindert noch untergraben werden, sagte ein Sprecher. China beobachte die entsprechenden Entwicklungen aufmerksam und werde „alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine eigenen Interessen entschlossen zu schützen“.Treffen zwischen Trump und Xi nicht gefährdenSowohl die Zurückhaltung der USA als auch die Reaktion Chinas verdeutlichen, dass beide Seiten das geplante Treffen zwischen Chinas Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump Ende September in den USA nicht gefährden wollen. Der Termin ist für den 24. September geplant. China hat ihn bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.US-Finanzminister Bessent: Erklärte, den Iran isolieren zu wollen. Foto: REUTERSDas US-Finanzministerium hatte in der Nacht zum Dienstag neue Sanktionen gegen fast 60 Unternehmen, Einzelpersonen und Schiffe bekannt gegeben, die den Iran zum Einlenken zwingen sollen. Das Regime in Teheran blockiert die wichtige Handelsroute seit den Angriffen der USA und Israels Ende Februar immer wieder und setzt dies als Druckmittel ein.Am Montag hatte Xi Jinping beim Empfang des jordanischen Königs Abdullah II. in Peking zu einer Verhandlungslösung im Irankrieg aufgerufen. Dabei müssten die Souveränität, Sicherheit und territoriale Integrität der Staaten der Region respektiert werden. Der normale Schiffsverkehr durch die Meerenge solle wiederhergestellt werden.US-Finanzminister Scott Bessent kündigte in der Nacht den Start der „Operation wirtschaftlicher Ausgestoßener“ an. Ziel sei es, „jede wirtschaftliche Lebensader zu durchtrennen, die dieses tyrannische Regime am Leben erhält, bis Teheran allein dasteht“. Länder, die weiterhin Handel mit dem Iran treiben, liefen Gefahr, aus dem dollarbasierten Finanzsystem ausgeschlossen zu werden, erklärte Bessent. Er wolle den betroffenen Staaten Zeit geben, sich an die neuen Vorgaben anzupassen.Zuvor hatten die USA den Druck auf den Iran erhöht. US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche von einem bevorstehenden „D‑Day“ gesprochen, in Anlehnung an den Tag, als die Alliierten in der Normandie landeten und den Sieg über Nazi-Deutschland einleiteten. Er kündigte „Maßnahmen historischen Ausmaßes“ und die „verheerendste Wirtschaftsoperation“ an, die jemals gegen ein Land veranlasst worden sei.Zusammenarbeit zwischen China und Iran im FokusDas Augenmerk richtete sich dabei auf China, das vor dem Irankrieg der größte Abnehmer sanktionierten iranischen Öls war und damit einer der wichtigsten Financiers des Regimes in Teheran. Im Vorfeld war deshalb darüber spekuliert worden, ob die USA auch Chinas unabhängige Ölraffinerien, die sogenannten Teapots, sowie Banken sanktionieren könnten.Öl Wie China mithilfe der „Teapots“ die US-Sanktionen umgeht Betroffen von den neuen US-Sanktionen sind nun jedoch lediglich zwei Beschaffungsnetzwerke, die dem Iran geholfen haben sollen, sensible Güter zu erhalten. Ein Netzwerk um die in Hongkong ansässige Firma Sweet Ocean Industrial soll als Vermittler bei der Beschaffung von Laseroptik-Ausrüstung für die Malek-Ashtar-Universität für Technologie im Iran fungieren, eine mit dem Verteidigungssektor verbundene Forschungseinrichtung.Von den Sanktionen gegen dieses Netzwerk sind auch die Unternehmen Shenzhen Sweet Ocean Technology, DEC Photonics, RPT Technology, Tiany Technology sowie MT Trading and Logistics HK und drei weitere Personen betroffen.Ebenfalls sanktioniert wurden die Firmen Feili, Minvur, Feisu und Guska, die dem US-Finanzministerium zufolge Tausende Dollar an Sweet Ocean und das dahinterliegende Netzwerk gezahlt hätten, um die Beschaffung zu finanzieren. Die Unternehmen seien „Briefkastenfirmen, die Zahlungen für Irans geheime ‚Schattenbank‘-Netzwerke ermöglichen“, heißt es in der Stellungnahme des US-Finanzministeriums. Verwandte Themen IranUSAChinaDonald TrumpXi JinpingEin weiteres Netzwerk rund um eine Hongkonger Niederlassung des iranischen Logistikdienstleisters Noavaran Axis soll Transporte für die iranische Organisation für Verteidigung und Innovation (SPND) ermöglicht haben. Die USA bringen SPND mit der Forschung zur Entwicklung von Nuklearwaffen in Verbindung.Sanktioniert wurden der Hongkonger Geschäftsführer sowie weitere Firmen, die mit ihm in Verbindung gebracht werden, darunter Shenzhen Bositong Logistics und Bositong Supply Chain sowie die Firma Shenzhen Huamei Lianyun International Logistics, die als Dienstleister agiert haben soll. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. 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