Die australische Musikindustrie will Titel, die überwiegend oder vollständig durch künstliche Intelligenz (KI) generiert wurden, aus den offiziellen Charts ausschließen. Erlaubt bleiben dagegen Aufnahmen, bei denen künstliche Intelligenz nur als Hilfsmittel zum Einsatz kommt.

Die Australian Recording Industry Association (ARIA ), der Branchenverband, der Australiens offizielle Musik-Charts betreibt, hat dafür den Verhaltenskodex geändert. Eine Aufnahme muss demnach »wesentlich von Menschen gemacht« sein und darf nicht durch künstlich erzeugte Streams oder andere Tricks in den Charts nach oben gebracht worden sein. Die neuen Richtlinien zielen laut ARIA darauf ab, »den menschlichen Ursprung des künstlerischen Schaffens« zu schützen, sie gelten ab Freitag.

Vorangegangen war eine Debatte, die von einer Coverversion von Madonnas »Like a Prayer« des australischen DJs und Produzenten Josh Fawaz angeheizt wurde. Die neue Version des 80er-Songs wurde im Juli zum meistgespielten Stück im australischen Radio und schaffte es auf Platz vier der ARIA-Charts, 16 Wochen lang war er in den australischen Top 20 gelistet. Doch später kam heraus, dass Gesang und Schlagzeug mithilfe von KI erzeugt wurden. Nach den neuen Regeln könnte ein solcher Einsatz dazu führen, dass ein Song nicht für die Charts zugelassen werde, sagte ein ARIA-Sprecher dem australischen Sender ABC .