Ab dem 1. Januar 2027 dürfen die EU-Staaten kein russisches Flüssigerdgas (LNG) mehr importieren. Für europäische Unternehmen mit langfristigen Verträgen hat Brüssel nach Druck aus Griechenland allerdings eine Ausnahme geschaffen: Sie dürfen ihre vertraglich gebundenen Mengen noch bis zum 25. Juli 2027 kaufen und an Abnehmer außerhalb der EU verkaufen.Doch diese Konstruktion dürfte Europa kaum Ersatzlieferungen verschaffen. Das berichtet die Energieplattform Montel News unter Berufung auf mehrere Branchenexperten. Demnach können europäische Konzerne ihre russischen Vertragsmengen voraussichtlich nicht gegen LNG aus den USA, Katar oder anderen Lieferländern tauschen. Logistische, wirtschaftliche und rechtliche Hürden machten solche Swap-Geschäfte „unwahrscheinlich“, heißt es. Die Ausnahme helfe damit vor allem Russlands Yamal-Terminal und dessen europäischen Vertragspartnern – nicht aber Europas Gasversorgung im kommenden Winter.
Europas Gasspeicher so schlecht gefüllt wie nie
Die Einschätzung trifft Europa in einer ohnehin angespannten Versorgungslage. Mitte August waren die europäischen Gasspeicher laut Daten von Gas Infrastructure Europe (GIE) nur zu gut 61 Prozent gefüllt – so niedrig wie noch nie zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2011. In Deutschland lag der Füllstand am 18. August bei lediglich 50,1 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es dagegen 66,9 Prozent, 2024 sogar 93 Prozent.






