Theoretisch steht die offene Befehlssatzarchitektur RISC-V auch für Allzweck- und Cloud-Server bereit. Praktisch sind aber bisher (fast) keine RISC-V-Prozessoren auf dem Markt, die sich mit aktuellen x86-, ARM- oder Power-Prozessoren für solche Server messen könnten. Zu den Ausnahmen gehören Prozessoren weniger chinesischer Firmen, die aber in den USA und Europa nicht erhältlich sind.

Die eng mit den RISC-V-Gründern verbundene US-Firma SiFive kündigt anlässlich der Konferenz Hot Chips HC’26 deshalb die Entwickermaschine BigSky SF-2U870 an. Darin läuft ein nicht näher bezeichneter Prozessor mit 32 RISC-V-Kernen gemäß der Spezifikation RVA23 und 2 GHz Taktfrequenz.

Der 2-HE-Server enthält zudem 256 GByte Arbeitsspeicher des Typs DDR5-5600 und vier Steckfassungen für PCI-Express-5.0-Karten (PCIe 5.0 x16).

Linux „out of the box“

Der namenlose Serverprozessor hat 32 CPU-Kerne vom 2024 angekündigten Typ SiFive P870-D. Dank RVA23-Erweiterungen eignen sie sich für aktuelle Linux-Distributionen wie Ubuntu 26.04 und Red Hat RHEL 10. SiFive kooperiert zudem mit Canonical und Red Hat bei der Optimierung der Software.