Nach seinem bislang besten Auftritt im Trikot des 1. FC Union Berlin blieb Marin Ljubicic bescheiden. Fast schon ein wenig demütig gab er in der Mixed Zone des Braunschweiger Eintracht-Stadions jedem einzelnen Journalisten erst einmal die Hand, bedankte sich für die Glückwünsche zu seiner spielentscheidenden Leistung und beantwortete dann geduldig die Fragen zu seiner Person, vor allem aber die zu seiner langen Leidenszeit in den zurückliegenden Monaten. Ziemlich genau eine Stunde war zwischen Braunschweig und den Köpenickern gespielt, da beorderte Trainer Mauro Lustrinelli den kroatischen Angreifer zu sich an die Seitenlinie, um ihn für den bemühten, aber insgesamt sehr glücklosen Emmanuel Latte Lath in die Partie zu bringen. Nicht absehbar war, dass Ljubicic die etwas mehr als 30 Minuten, die ihm noch blieben, derart effektiv nutzen würde. Zunächst bereitete er den 2:2-Ausgleichstreffer von Tom Rothe nach einem Eckstoß von Josip Juranobic per Kopf vor, dann traf er selbst noch doppelt zum 4:2-Endstand.

DFB-Pokal

Das Union-Zeugnis: Einer überragt, einer bringt Schwung, zwei enttäuschen

Die Köpenicker hatten die für ein Erstrunden-Match im DFB-Pokal ziemlich hoch gehängte Hürde übersprungen – Ljubicic sei Dank. „Ich bin sehr glücklich für die Mannschaft, den Verein und auch für mich selbst. Unser Ziel war es, die nächste Runde zu erreichen. Das haben wir geschafft und deswegen war es für uns ein guter Start, bevor es nächste Woche in der Bundesliga losgeht“, wollte der 24-Jährige auch unter dem Eindruck seiner wichtigen Tore nicht allzu viel über sich selbst sprechen. „Speziell das letzte Jahr war nicht einfach für mich“, sagte er aber dann doch auf Nachfrage zu einer für ihn enttäuschenden Saison. „Erst habe ich lange nicht gespielt bei Union, dann habe ich mich in Düsseldorf auch noch verletzt. Jetzt will ich einfach nur nach vorne schauen und zeigen, dass ich der Mannschaft helfen kann.“