Ganzes Brot in einer Bäckerei (Symbolbild)

In der Bäckerei Breitner in Pfaffenhofen an der Ilm ist der Ablauf seit über einem halben Jahrhundert derselbe: Ein Kunde bestellt ein halbes Brot, der Verkäufer teilt einen ganzen Laib in der Mitte und berechnet die Hälfte des Preises.So ging es 66 Jahre lang. Dann wog ein Kunde seine Brothälfte zu Hause nach.

»Seine Hälfte war angeblich zehn Gramm zu leicht«, sagt Matthias Breitner, Bäckermeister und Konditor, der »Bild« . Zehn Gramm – das entspricht weniger als einer halben Scheibe Brot. Der Kunde fühlte sich dennoch betrogen. Für die Hälfte eines Mischbrots hatte er 2,40 Euro bezahlt, exakt die Hälfte des Preises für den ganzen Laib.Zunächst erreichte Breitner eine anonyme E-Mail. Der Bäcker antwortete auf das Schreiben »ein bisschen lapidar«: »Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Beim nächsten Mal sind es bestimmt zehn Gramm mehr.« Im Nachhinein sagt er: »Das war wahrscheinlich mein Fehler.«

Fertigpackungsverordnung als GrundlageTatsächlich kam die Nachricht offenbar nicht gut an. Der Kunde schaltete daraufhin die Behörden ein. Wenig später untersagte das Eichamt Breitner, halbe Brote weiterhin auf die übliche Art und Weise zu verkaufen.Stattdessen soll nun die Hälfte gewogen werden, wenn ein ganzes Brot zum Kilopreis angeboten und erst auf Wunsch des Kunden geteilt wird. Der Preis wird nach dem tatsächlichen Gewicht berechnet.