Queere, Migrant:innen, Künstler:innen und Linke fürchten einen AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt – und fragen sich: gehen oder bleiben, falls es dazu kommt?
Er wollte nicht weg. Sein ganzes Leben hat Christian Franke-Langmach in Sachsen-Anhalt verbracht. Er wuchs in der Altmark auf, im 200-Seelen-Dorf Wernitz und der kleinen Hansestadt Salzwedel, studierte in Halle und ging für die Arbeit nach Magdeburg. Als sein Mann dann vorschlug, Sachsen-Anhalt zu verlassen, hatte Franke-Langmach nur ein Wort im Kopf: „Shit.“ Das war vor mehr als drei Jahren. Damals wollte er nicht gehen. Inzwischen hat sich seine Meinung geändert.
Im Mai steht Franke-Langmach mittags auf der Sternbrücke in Magdeburg. Sein Blick schweift über die Landeshauptstadt. Die Elbe fließt unermüdlich nach Norden, der Dom erstrahlt in der Sonne. Warum will der 34-Jährige nicht mehr in Sachsen-Anhalt leben? Franke-Langmach denkt nach, setzt mehrfach an und sagt dann: „Ich liebe das Land. Aber viele wollen eine Partei wählen, die viel Schlechtes verursachen wird.“ Er meint die AfD.
Seit Monaten liegt die hier in den Umfragen bei über 40 Prozent. Das könnte für eine Alleinregierung reichen, wenn SPD, Grüne und FDP an der Fünfprozenthürde scheitern. Es wäre die erste AfD-Regierung.















