Während beim ZDF nahezu zeitgleich AfD-Co-Chefin Alice Weidel Rede und Antwort stand, empfing Moderator Markus Preiß den Bundessprecher Tino Chrupalla zum ARD-Sommerinterview – zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Was folgte, war weniger ein Gespräch über Politik als eine Vorführung, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Rolle gegenüber der derzeit stärksten Kraft im Land offenbar versteht.
Ausgerechnet an einem Tag mit frühherbstlichen Temperaturen machte Preiß das Klima zum Einstieg. Mit Bildern von Niedrigwasser, den Schilderungen über Waldbrände und der Zahl von 14.000 Hitzetoten sollte offenbar Betroffenheit erzeugt werden. Chrupalla wies darauf hin, dass die Menschen sich vor allem fragen, ob sie sich Strom und Gas überhaupt noch leisten können, und benannte die eigentliche Problemlage: hohe Energiepreise, die Rentenfrage, Krieg und Frieden. Der Moderator ließ nicht locker und wollte dem AfD-Chef partout eine „graduelle“ Meinungsänderung entlocken – die es nicht gab.
Angst als Dramaturgie
Es folgte, was inzwischen seit Jahren ein Muster ist: Der Sender zeigte einen Einspieler, in dem ein syrischer Arzt, eine Lehrerin und eine Stiftungsgeschäftsführerin ihre Sorgen vor einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt schilderten– suggeriert wurde, ein ganzes Sachsen-Anhalt fürchte die anstehende„Machtübernahme“.









