Wieder einmal hängt Spider-Man am seidenen Faden. Aber auch am Handy. Zu Beginn seines aktuellen Kinofilms baumelt der Superheld in bekannter Manier über den Hochhäusern von New York City, kopfüber hat er am Gerüst eines Wolkenkratzers angedockt, der die bisherige Skyline nach seiner Fertigstellung noch einmal überragen wird. Der Anblick ist auf routinierte Weise atemberaubend, ein Klassiker unter den Bildern, die das Superheldenkino beinahe wöchentlich produziert. Spider-Man selbst hat aber gerade keinen Sinn dafür. Mit leeren Augen und krummem Rücken wischt er sich durch die Instagram-Storys eines alten Bekannten, vornehmlich um darin Blicke auf seine Ex-Freundin MJ zu erhaschen. Das neuste Abenteuer des Superhelden fängt also dort an, wo die Tage normalsterblicher Menschen oft enden: beim Doomscrolling.
Spider-Man: Brand New Day: Sorry, gerade alles ein bisschen viel
Die modernen Kino-Superhelden stecken in der Sinnkrise. Statt die Welt zu retten, verzweifeln sie daran. Ihr Genre könnte damit einen Schlusspunkt erreichen.






