So mutig sind die wenigsten Manager. Mit der Krebsimpfung will Stéphane Bancel den nächsten Jackpot knackenStéphane Bancel steckte vor fünfzehn Jahren sein Geld in die kleine Biotechfirma Moderna. In der Pandemie wurde sie dank ihrem mRNA-Vakzin sagenhaft reich. Nun will Bancel mit einer Krebsimpfung ein zweites Mal durchstarten.23.08.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenDer Franzose Stéphane Bancel leitet seit 2011 die Biotechfirma Moderna.Jason Alden / Bloomberg/GettyEines muss man Stéphane Bancel lassen: Der Chef der Biotechnologiefirma Moderna besitzt einen enormen Durchhaltewillen. Wie stark diese Eigenschaft ihn auszeichnet und wie mutig er zugleich ist, hat der 54-jährige Franzose mit der Entwicklung einer potenziellen Impfung gegen Krebs ein weiteres Mal bewiesen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der erfolgreiche Ausgang einer klinischen Studie in Phase 3 sei der krönende Abschluss von zehn Jahren Arbeit, erklärte er diese Woche im sozialen Netzwerk Linkedin. An der Studie nehmen Patienten teil, die an Hautkrebs erkrankt sind.Aktienkurs explodiertDie Nachricht liess den Aktienkurs von Moderna am Mittwoch um fast 180 Prozent steigen. Dahinter steckt die Hoffnung, dass es Moderna ein weiteres Mal gelingen wird, ein Milliardengeschäft mithilfe der mRNA-Technologie aufzubauen.Gestartet ist Bancel mit Moderna 2011. Die amerikanische Firma verfügte damals über ein Kapital von lediglich 2 Millionen Dollar und 20 Mitarbeitende. Ein bedeutender Teil des Geldes stammte aus dem Privatvermögen des Firmenchefs, das er sich zuvor als Manager beim französischen Diagnostikunternehmen Biomérieux und beim amerikanischen Pharmariesen Eli Lilly zusammengespart hatte.Bancel war schon damals vom grossen Potenzial der mRNA-Technologie überzeugt. Allerdings erlebten er und sein Team immer wieder Rückschläge. Seine Frau habe ihn gefragt, ob er an einer bipolaren Störung leide, weil er am einen Tag überglücklich und am nächsten komplett niedergeschlagen nach Hause gekommen sei, sagte er 2021 in einem Interview mit der Zeitung «Blick».Verluste von 10 Milliarden Dollar in den letzten zweieinhalb JahrenAll die Mühen waren Ende 2020 vergessen, als Moderna einen Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Markt brachte. Bancel hatte im ersten Jahr der Pandemie so viel zu tun, dass er keinen einzigen Tag freinehmen konnte. Doch dann stand er auf einmal einem Milliardenkonzern vor. Moderna erzielte dank dem Impfstoff 2021 und 2022 Gewinne von zusammengerechnet über 20 Milliarden Dollar.Seither ist dieses Geschäft aber zusammengebrochen. In den letzten zweieinhalb Jahren häufte Moderna Verluste von über 10 Milliarden Dollar an.Die Krebsimpfung könnte dem Unternehmen abermals viel Geld in die Kasse spülen. Noch ist aber offen, wie gut sie im Detail wirkt. Und wer wird die teuren Behandlungen bezahlen? Analysten sprechen davon, die Impfung werde allein 400 000 Dollar kosten. Die Aufwände von Ärzten und Spitälern sind darin nicht eingerechnet.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Manager mit Mut: Stéphane Bancel will mit Krebsimpfung den nächsten Jackpot knacken
Stéphane Bancel steckte vor fünfzehn Jahren sein Geld in die kleine Biotechfirma Moderna. In der Pandemie wurde sie dank ihrem mRNA-Vakzin sagenhaft reich. Nun will Bancel mit einer Krebsimpfung ein zweites Mal durchstarten.










