Ja. Vögel. Na und?
Klar, als junger Mensch (zwar selbst Tierliebhaber) hätte ich über Leute, die Vögel beobachten, vermutlich gedacht: Haben die keine Freunde, keine Partys, keine Probleme? Was ist schön am herumhopsenden und herumfliegenden Federvieh?
Und nun sitze ich selbst da. In meinem verwilderten Garten, mit geradezu erschreckender Hingabe, und gucke Vögel. Ein Nerd – behaupte ich mal – bin ich nicht, meine ornithologischen Grundkenntnisse sind bescheiden, ich will einfach nur mittendrin sein im Geflatter und Geschnäbel. Und mein verwilderter Garten samt alter Remise hat zoologisch einiges zu bieten. Unter anderem auch Eichhörner und Waschbären. Und ja, was soll ich sagen? Der schöne, aber freche Eichelhäher kommt eben auch vorbei. Und Meise und Taube sind natürlich immer da. Aber auch die Nachtigall.
Optimismus ist nur der Mangel an Information
Jeder sucht und eskapiert ja anders, um der Weltlage zu entfliehen. Wäre ich jünger, würde ich wahrscheinlich zum Boxen gehen (Wutabfuhr), so bleibt mir nur knochenschonendes Yoga. Leider habe ich auch den falschen Beruf, um mich aus Krieg und Krise rauszuziehen. Und mich den Zuversichtlichen zuzuschlagen, wäre ebenso fatal. Mein Lebensmotto: Optimismus ist nur der Mangel an Information.








