Rheinreise mit Roswitha: Im Flussbett des deutschen Stroms können zur Trockenzeit nur noch Wüstenschiffe verkehren.
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Sami Eschmamp
Am erbarmungslos blauen Himmel kreisen Geier, während sich unsere Karawane durch das ausgetrocknete Wadi des Rheins quält. „Ruhig, Constellation 23B“, beruhigt unser Kapitän Egon Waldhof seine Leitstute. Zwar trägt der Binnenschiffer noch immer eine seemännische Prinz-Heinrich-Mütze, doch statt eines Schubverbands steuert er ein Kamel durch das sonnenverbrannte Mittelrheintal. Seine Stute hat Waldhof nach seinem Lieblingsfrachter benannt, den er im letzten Rekordsommer auf dem Riff vor St. Goarshausen an Strandräuber verloren hat.
Das durstige Tier wirft den Kopf zurück und röhrt zum Steinerweichen. Es wittert Wasser, denn der sengenden Sonne widersteht noch immer ein schmales, braunes Rinnsal in der Mitte des Flussbetts. Dort entdecken wir ein kühles Glas Rheinwein, das von einer Gloriole umflort wird. „Eine Fata Morgana!“, versucht uns Karawanenführer Waldhof zurückzuhalten. „Vielleicht sogar eine Falle!“









