Schon nach wenigen Minuten gab es den ersten Applaus. Jella Veit war hart in einen Zweikampf gegangen, gewann den Ball und ihre Trainerin, Marie-Louise Eta, klatschte Beifall. Der 1. FC Union Berlin hatte so angefangen, wie sie es gefordert hatte. Mutig, mit Leidenschaft und Gier auf den Ball gingen die Unionerinnen in den Anfangsminuten gegen den FC Bayern ins Spiel und sahen aus, als könnten sie die ungeschlagenen Meisterinnen der Vorsaison tatsächlich ein wenig ärgern. So, wie es sich Eta vor dem Spiel gewünscht hatte.Allzu lange hielten ihre Spielerinnen dieses hohe Level nicht durch. Der FC Bayern brauchte etwa zwanzig Minuten, dann rissen die Stars aus München das Spiel an sich. Vielleicht hatte sie die Großchance, die Unions Eileen Campbell vergeben hatte, aufgeweckt. Vielleicht mussten sie sich auch erst einmal an die Atmosphäre im Stadion An der Alten Försterei gewöhnen, bevor sie ihre Qualität in jenes 1:4 ummünzen konnten, das am Ende des Spiels auf der Anzeigetafel leuchtete.
Besondere Kulisse für Eta-Debüt
Es war in der Tat eine besondere Atmosphäre am Freitagabend in Köpenick. Mehr als 17.000 Fans waren im Stadion, nie haben bei einem Bundesligaspiel der Frauen mehr Menschen zugesehen. Da es die Saison eröffnete, begann das Spiel erst nach einer Choreo, welche die Liga organisiert hatte. Während das Flutlicht den Rasen sein Licht reflektieren ließ, rannten Jugendliche in schwarzer Sportkleidung auf dem Grün umher und wehten die Fahnen der 14 Bundesligisten.Erstmals jubeln durften die Fans von Union dabei, als ein Wimpel, übergroß dimensioniert, mit ihrem Logo vor die Waldseite getragen wurde. Es würde einen nicht wundern, wenn sich wenige Momente später die erste Gänsehaut auf dem Arm eines Fans ausgebreitet hätte, als die vereinseigene Zeremonie ihren Anfang nahm, eine raue Stimme von den Schlosser-Jungs zu erzählen begann und kurz danach zehntausend Stimmen inbrünstig fragten, wer sich nicht vom Westen kaufen lasse. Die Antwort lautet: „Eisern Union“.










