Der Hedgefonds Citadel hat mehr als 80 Prozent des Aktienportfolios wieder verkauft, das er erst Ende vergangenen Monats von Leopold Aschenbrenners (24) KI-Fonds Situational Awareness übernommen hatte. Das berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf ein Schreiben des Citadel-Chef Ken Griffin (57) an die Investoren des Hedgefonds, das der Zeitung vorliegt.Der Situational-Awareness-Fonds war durch den Ausverkauf bei Technologiewerten im Juli unter starken Druck geraten, zuletzt musste deshalb unter anderem die US-Investmentfirma Jane Street, die in den Fonds investiert hatte, einen Verlust über 15 Milliarden Dollar abschreiben. Aschenbrenner setzte mit wenigen, stark kreditfinanzierten Wetten auf KI-Aktien, gleichzeitig auf fallende Kurse bei Softwareaktien. Als die Kurse im Juli kippten, musste er einen Großteil seiner Aktien in einer nächtlichen Rettungsaktion an den Griffin (57) verramschen – Berichten zufolge mit einem Abschlag von 10 Prozent. Nachdem sich viele Technologiekurse danach wieder erholt hatten, konnte Griffin die übernommenen Positionen offenbar schneller als erwartet mit Gewinn weiterverkaufen.Nach „FT“-Informationen hat Citadel in den vergangenen Wochen fast 100 sogenannte Blockgeschäfte mit einem Gesamtvolumen von mehr als vier Milliarden Dollar abgeschlossen. In dem Schreiben an die Investoren, teilte der Hedgefonds offenbar mit, den größten Teil des „Gesamtrisikos“ aus dem von Situational Awareness übernommenen Portfolio abgebaut zu haben.„In unserer fast 36-jährigen Geschichte waren wir stets stolz darauf, in Phasen von Marktverwerfungen frühzeitig und proaktiv zu handeln“, schrieb Griffin laut „FT“ an seine Investoren. Citadels wichtigster Fonds lag im Juli 6 Prozent im Plus, während viele Konkurrenten Verluste erlitten oder kaum zulegten. „Nur Citadel war in der Lage, innerhalb dieses Zeitrahmens eine Lösung dieser Größenordnung zu liefern“, fügte Griffin hinzu.
Leopold Aschenbrenner: Citadel stößt Großteil des KI-Portfolios wieder ab
Ende Juli rettete Citadel-Chef Ken Griffin das ins Straucheln geratene KI-Wunderkind Leopold Aschenbrenner und kaufte ihm einen Großteil seines unter Druck geratenen Portfolios ab. Jetzt hat der Hedgefonds das meiste davon offenbar wieder abgestoßen – mit kräftigem Gewinn.











