Vier Monate nach dem traurigen Ende des gestrandeten Ostsee-Wals Timmy und der umstrittenen Bergung vor der Insel Poel hat sich der Agrarausschuss des Landtags in einer Sondersitzung die Mühe gemacht, das tierische Drama noch einmal durch den politischen Fleischwolf zu drehen. Die CDU-Fraktion wollte das so, stellte einen entsprechenden Antrag und die Opposition lief sich warm.

Im Zentrum des rhetorischen Schlagabtauschs stand dabei Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Er hatte im Frühjahr die Causa eigenhändig zur Chefsache erklärt und sah sich später mit dem Vorwurf konfrontiert, die waghalsige Verfrachtung des tonnenschweren Meeressäugers per Lastkahn in die Nordsee sei weniger aus purem Tierwohl als vielmehr aus Wahltaktik geboren worden.

Zur Vorgeschichte: Nachdem der Buckelwal mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandet war, gab Backhaus überraschend grünes Licht für den Transportversuch einer privaten Initiative – gegen die ausdrückliche Einschätzung seiner eigenen Fachleute. In einer spektakulären Aktion wurde das Tier schließlich in die Nordsee transportiert und dort freigelassen. Doch schon Mitte Mai hatten Dänen den Wal tot vor der Insel Anholt entdeckt.