Rund fünf Wochen nach der öffentlichen Obduktion des vormals in der Ostsee gestrandeten und verendeten Buckelwals hat sich die Aufregung rund um das Tier weitestgehend gelegt. Doch nun sollen Medienberichten zufolge offene Rechnungen bei den Geldgebern der privaten Rettungsinitiative und den Behörden für Streitigkeiten sorgen. Geldgeber der Wal-Rettungsaktion sollen sich uneins sein Wie die „Bild“-Zeitung am Sonntag berichtete, sollen sich die beiden Geldgeber der Privatinitiative, Pferdesport-Unternehmerin Karin Walter-Mommert und MediaMarkt-Gründer Walter Gunz, über die Kostenübernahme noch offener Posten uneins sein.Die beispiellose Rettungsaktion, in deren Rahmen der Buckelwal (von vielen „Timmy“ oder „Hope“ genannt) mithilfe eines Lastkahns von der mecklenburgischen Küste bis an die Nordspitze Dänemarks zum Eingang der Nordsee transportiert wurde, soll nach Angaben der „Bild“-Zeitung rund zwei Millionen Euro gekostet haben.Die Trabrennbahnbesitzerin Walter-Mommert berichtete dem Medium, dass sie sich mit Gunz darauf geeinigt habe, die Kosten für „Timmys“ Rettungsaktion zu teilen: „Ich hatte eine Teilung von 60:40 vorgeschlagen. Es bleibt noch eine Summe von rund einer halben Million offen.“ Sie selbst habe demnach einen Großteil der Ausgaben vorfinanziert. Der MediaMarkt-Gründer habe Walter-Mommert zufolge freiwillig 300.000 Euro beigesteuert. MediaMarkt-Gründer Walter Gunz lässt die Vorwürfe über seinen Anwalt zurückweisen. © dpa/Michael Faulhaber Gunz selbst weist diese Vorwürfe zurück. Sein Anwalt Joachim Steinhöfel sagte dem Tagesspiegel am Montagmittag: „Eine Vereinbarung über eine konkrete Kostenbeteiligung oder gar eine bestimmte Quote gab es nicht. Das folgt bereits aus Frau Walter-Mommerts eigener Darstellung: Wer eine Teilung von 60:40 ‚vorschlägt‘, bestätigt damit, dass sie nie vereinbart war.“Er ergänzte: „Frau Walter-Mommert hat gleichwohl gehandelt, als hätte sie von Herrn Gunz einen Blankoscheck. Sie erteilte eigenmächtig Aufträge, von denen er nichts wusste und die er weder beauftragt noch freigegeben hatte. Dennoch hat Herr Gunz freiwillig 300.000 Euro beigesteuert. Weitere Zahlungen wird es nicht geben.“ Backhaus-Ministerium soll 140.000 Euro fordern Der Nachrichtensender „Welt TV“ berichtete derweil am Montag, dass das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns rund 140.000 Euro von den privaten Geldgebern der Initiative fordert.Dabei soll es um die Kostenübernahme der Behördentätigkeit gehen, berichtete das Medium unter Berufung auf das Umweltministerium unter der Leitung von SPD-Politiker Till Backhaus. Der Umfang umfasse demnach unter anderem 1600 Arbeitsstunden und 1300 Euro für die Anmietung einer Ferienwohnung, die seinerzeit für die Koordinierung der behördlichen Maßnahmen vor Ort und die Aufsicht der Umsetzung benötigt wurde.Eine Anfrage des Tagesspiegels an das Umweltministerium, wie genau sich die Kosten zusammensetzen und ob im Falle bleibender Zahlungsrückstände rechtliche Schritte eingeleitet werden könnten, blieb bislang unbeantwortet. Umweltminister Till Backhaus hatte vor und nach der Rettungsmaßnahme für Buckelwal „Timmy“ auf diversen Pressekonferenzen erklärt, dass die Verantwortung für die Aktion – auch in finanzieller Hinsicht – komplett bei den Initiatoren liege.