„Position der Stärke“: Irans Präsident will Krieg beendenFast ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn hat der iranische Präsident für ein Ende der militärischen Eskalation geworben. Früher oder später müsse der Krieg beendet werden, sagte Massud Peseschkian laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna auf einer Ärztekonferenz. „Es ist besser, ihn heute zu beenden, da wir in einer Position der Stärke und Würde sind“, fuhr Peseschkian fort. Die USA seien durch den Krieg in der ganzen Welt verhasst, meinte der iranische Präsident, der auch Regierungschef ist.Peseschkian lehnte bei seiner Rede eine Kapitulation kategorisch ab. „Wir werden uns unter keinen Umständen der Einschüchterung beugen, daran besteht keinerlei Zweifel. Bis zum letzten Atemzug werden wir ihnen gegenüberstehen und ihnen eine vernichtende Antwort geben“, sagte er.Türkei erlässt internationalen Haftbefehl gegen NetanjahuIm Rahmen von Ermittlungen zu der Behandlung von Aktivisten der sogenannten Gaza-Hilfsflotte hat die Türkei einen internationalen Haftbefehl gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu erlassen. Der türkische Justizminister Akin Gürlek teilte am Freitag im Onlinedienst X mit, Netanjahu und ein weiterer israelische Staatsbürger würden der „Verbrechen gegen die Menschlichkeit, des Völkermords, der schweren Freiheitsberaubung“ sowie weiterer Vergehen beschuldigt, darunter Folter. Die Türkei hatte bereits zuvor Haftbefehle gegen Netanjahu und andere Regierungsvertreter wegen des Vorwurfs des Völkermords im Gazakrieg erlassen.Die Gaza-Hilfsflotte mit rund 430 internationalen Aktivisten an Bord war von der Türkei aus in Richtung Gazastreifen aufgebrochen und Mitte Mai von israelischen Streitkräften im Mittelmeer gestoppt worden. Teilnehmer der Flotte prangerten „Gewalt“ und „Erniedrigungen“ an, denen sie während ihrer Haft durch israelische Sicherheitskräfte ausgesetzt gewesen seien. Israel greift weiter in Südlibanon anDas israelische Militär hat nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise in der Nacht zum Freitag die Umgebung der strategisch wichtigen Anhöhen von Ali al-Taher nahe der Stadt Nabatija angegriffen. Auch aus anderen Teilen Südlibanons wurden Explosionen gemeldet. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von Angriffen auch in den Bezirken Bint Dschubail und südlich der Küstenstadt Tyrus. Das israelische Militär teilte mit, es handle sich um „Routine-Angriffe“.Die Anhöhen von Ali al-Taher bei Nabatija gelten wegen ihrer erhöhten Lage als strategisch wichtiger Punkt mit Blick auf weite Teile der Region. Sie sind ein umkämpftes Gebiet im Konflikt zwischen Israel und der Hizbullah. Das Gebiet ist seit Jahren ein wichtiger Einsatz- und Einflussraum der Schiitenmiliz und damit ein wiederkehrender Brennpunkt im Konflikt mit Israel.Aus Kreisen der Hizbullah hieß es, die Organisation werde die Kontrolle über Ali al-Taher an niemanden abgeben. Dort soll sich auch ein unterirdisches Tunnelsystem der Miliz befinden. Trotz Waffenruhe ist das israelische Militär weiterhin in Südlibanon stationiert und verübt weiterhin nahezu täglich Angriffe. Iran will Wirtschaftsbeziehungen zum Irak ausbauenDer iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf fordert angesichts drohender neuer US-Sanktionen engere wirtschaftliche Beziehungen zum Irak. Beide Länder sollten ‌im Handel ihre Landeswährungen nutzen, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern, erklärte Ghalibaf laut seinem Telegram-Kanal vor Wirtschaftsvertretern in ‌Bagdad. Zudem müsse Iran Pläne ausarbeiten, um die „ungerechten Sanktionen“ zu überwinden. US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Donnerstag die nach seinen Worten bislang schärfsten Sanktionen gegen ​Iran angekündigt, deren Details ⁠am Montag bekanntgegeben werden sollen. Ghalibaf wirft den USA und Israel vor, einen Wirtschafts- und ​Informationskrieg zu führen, da sie eine direkte militärische Konfrontation scheuten. China kritisiert angekündigte US-Sanktionen gegen IranDie chinesische Regierung hat den von den USA angekündigten wirtschaftlichen Druck gegen Iran als nicht zielführend bezeichnet. „Sanktionen und Druck werden nicht dazu beitragen, das Problem zu lösen“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, bei einer Pressekonferenz am Freitag. Peking rufe „alle relevanten Parteien dazu auf, verantwortungsvolle Schritte zu unternehmen und das Problem auf politischem und diplomatischem Wege zu lösen“, fügte er hinzu.Die chinesische Regierung lehne „illegale einseitige Sanktionen ab, die keinerlei Grundlage im Völkerrecht haben und nicht vom UN-Sicherheitsrat autorisiert wurden“, fügte Lin hinzu. China ist ein zentraler strategischer und wirtschaftlicher Partner Irans. Vor dem Krieg gingen laut der Analysefirma Kpler über 80 Prozent der iranischen Ölexporte nach China. Klaus BardenhagenSchiffsverkehr in Straße von Hormus geht weiter zurück Der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus ist am Donnerstag auf sieben Frachter zurückgegangen. Das geht aus Daten des ​Analyseunternehmens Kpler hervor. ⁠Unter den Schiffen befinden sich demnach weder große Rohöl- ​noch Flüssiggastanker (LNG). Hintergrund des Rückgangs ⁠sind wachsende Sorgen ‌um die Sicherheit der Schifffahrt im Nahen Osten, während die ⁠Friedensgespräche zwischen den ⁠USA und Iran stocken. ⁠Vor ​dem ⁠Krieg passierte fast ein ​Fünftel der weltweiten Öl- ‌und LNG-Transporte die Meerenge.Hannah SturmNeuer US-Flugzeugträger bei Iran im EinsatzDie USA haben für ihren Militäreinsatz gegen Iran einen neuen Flugzeugträger in die Region entsandt. Die „USS George Washington“ sei in ihrem Einsatzgebiet im Nahen Osten eingetroffen, teilte das für die Region zuständige US-Zentralkommando Centcom am Donnerstag mit.Der neue Flugzeugträger löst die „USS Abraham Lincoln“ ab. Der monatelange Einsatz des Schiffes in der Krisenregion und Berichte über unhaltbare Zustände an Bord hatten für Kritik in den USA gesorgt. Besatzungsmitglieder klagten nach Angaben von Angehörigen über Probleme bei der Essensversorgung und defekte Toiletten. Zudem war von mehreren Suizidversuchen die Rede. Abgeordnete der oppositionellen Demokraten forderten eine Untersuchung zu den Bedingungen auf der „USS Abraham Lincoln“. Der Flugzeugträger war am 21. November 2025 vom kalifornischen San Diego ausgelaufen, um im Südchinesischen Meer Dienst zu leisten. Er wurde jedoch noch vor den am 28. Februar begonnenen US-israelischen Angriffen auf den Iran in die Krisenregion umgeleitet. Der Irankrieg dauert inzwischen bereits seit knapp sechs Monaten an. Derzeit scheint weder eine diplomatische noch eine militärische Lösung in Sicht.Nach der Verlegung der „USS George Washington“ in die Nahost-Region verfügt die US-Armee zumindest vorübergehend über keinen US-Flugzeugträger mehr im Pazifik. Die Region ist insbesondere wegen der Spannungen mit China von großer strategischer Bedeutung. Bessent zu Irankrieg: Verbündete müssen Entscheidung treffenNach dem angekündigten „Wirtschaftskrieg“ gegen Iran erhöht die US-Regierung den Druck auf ihre Verbündeten, daran mitzuwirken. „Es ist an der Zeit, dass unsere Verbündeten und der Rest der Welt eine Entscheidung treffen“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem Sender CNBC. „Entweder bist du auf unserer Seite oder gegen uns.“US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, den wirtschaftlichen Druck auf Iran drastisch erhöhen zu wollen. Wer Iran weiter unterstütze, müsse mit drakonischen Maßnahmen rechnen, warnte er. Details zu seinen Plänen lieferte Trump zunächst nicht. Bessent teilte nun mit, am Montag auf einer Pressekonferenz über das Vorhaben zu informieren.Bessent trat dabei auch dem Argument entgegen, mit wirtschaftlichem Druck sei gegen Iran nichts zu bewirken. „Wir haben die Seeblockade, und wir werden die härtesten Sanktionen der Geschichte verhängen“, sagte er. Unter diesem Druck werde die Führung in Iran zusammenbrechen. Wegen des Fokus auf wirtschaftlichen Druck rechnet Bessent bis auf Weiteres nicht mit einem Aufflammen größerer Kampfhandlungen. Klaus BardenhagenBlockade der Straße von Hormus hält an Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bleibt stark eingeschränkt. Am Mittwoch haben Daten ​des Anbieters ⁠Kpler zufolge lediglich neun Rohstoff-Frachter die Meerenge durchfahren, eine unveränderte Zahl ​zum Vortag. Während US-Präsident ⁠Donald Trump erklärt, die ‌Meerenge sei offen, bezeichnet Iran sie als geschlossen. Auch ⁠in der ⁠Meerenge Bab el-Mandeb am Roten ⁠Meer verlangsamt ​sich ⁠der Verkehr. Dort ​wurden 27 Frachter gezählt nach ‌32 am Vortag.Klaus BardenhagenTrump droht Iran mit „Wirtschaftskrieg“ Iranische Medien haben unbeeindruckt auf eine Drohung Donald Trumps mit einem „Wirtschaftskrieg“ gegen das Land reagiert. Der US-Präsident habe schon zuvor wiederholt vom angeblich unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch Irans und von Schlägen historischer Dimension gesprochen, schrieb die iranische Nachrichtenagentur Fars auf Telegram. Seine Behauptungen seien bloß als übliche „psychologische Kriegsführung und Propagandakampagne“ zu verstehen.Trumps jüngste Drohung mit „der verheerendsten Wirtschaftsoperation“, die jemals gegen ein Land veranlasst worden sei, erfolgte vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei Verhandlungen mit Teheran. Jedes Land müsse bei einer Unterstützung Irans mit „GEWALTIGEN wirtschaftlichen Konsequenzen“ rechnen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Es brauche die Hilfe aller Verbündeten der USA, um die von Iran ausgehende Bedrohung zu stoppen.Fabian DrahmouneIran dementiert Raketenangriff auf EmirateInmitten neuer Spannungen zwischen Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten hat Teheran Vorwürfe eines Raketenangriffs auf den Golfstaat „kategorisch“ zurückgewiesen. Die Vorwürfe seien falsch und schadeten der Stabilität in der Region, erklärte am Dienstagabend der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei. Die Emirate hatten zuvor erklärt, dass Iran erstmals seit Monaten wieder Raketen auf das Land abgefeuert habe.Irans Außenamtssprecher Bakaei erklärte dazu, dass Teheran „den Vorwurf der Vereinigten Arabischen Emirate, dass Iran ein Rakete in Richtung dieses Landes abgefeuert hat, kategorisch zurückweist“. Der Vorwurf aus Abu Dhabi sei schädlich für das Vertrauen und die Sicherheitsbemühungen in der Region.Fabian DrahmouneNach Raketenbeschuss: Emirate setzen Handel und Finanzgeschäfte mit Iran ausDie Vereinigten Arabischen Emirate haben bis auf Weiteres sämtliche Handels- und Finanzgeschäfte mit Iran ausgesetzt. Angesichts der jüngsten Eskalation in der Region seien „der gesamte Handel, der kommerzielle Austausch und Finanztransaktionen mit dem Iran“ gestoppt worden, erklärte Außenministeriumssprecherin Afra Al Hameli am Dienstag. Die Entscheidung erfolgte am selben Tag, an dem Iran nach Angaben der Emirate erstmals seit Monaten wieder Raketen auf das Land abgefeuert hatte. Nach Angaben des emiratischen Verteidigungsministeriums wurden zwei ballistische Raketen registriert. Eine ging demnach außerhalb, eine weitere innerhalb der Hoheitsgewässer der Emirate nieder.Vereinigte Arabische Emirate melden Raketenangriff aus IranIran hat nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate erstmals seit Monaten zwei Raketen auf das emiratische Staatsgebiet abgefeuert. Die Luftabwehr habe „zwei vom Iran aus in Richtung des Landes abgefeuerte ballistische Raketen geortet, von denen die erste außerhalb der Hoheitsgewässer und die zweite innerhalb der Hoheitsgewässer niederging“, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag auf der Plattform X mit.Zwei Stunden zuvor hatten die emiratischen Behörden eine Warnung vor „einer möglichen Bedrohung durch Raketen“ an Mobiltelefone gesendet und die Bürger aufgefordert, umgehend sichere Orte aufzusuchen. Es war die erste derartige Warnung seit einem Alarm im Juli wegen eines Angriffs, bei dem die Geschosse letztlich nicht in den emiratischen Luftraum eindrangen.Iran hatte die Vereinigten Arabischen Emirate zu Beginn des Kriegs mit den USA und Israel mehrfach angegriffen. Im Mai war nach einem Drohnenangriff ein Feuer in einem emiratischen Atomkraftwerk ausgebrochen. Zuletzt hatte die Regierung in Abu Dhabi Iran für Raketenangriffe auf Tanker eines emiratischen Staatskonzerns verantwortlich gemacht. Der Golfstaat ist mit den USA verbündet und hatte vor sechs Jahren im Rahmen des Abraham-Abkommens seine Beziehungen zu Israel normalisiert.Trump provoziert mit Karte der Straße von HormusNach dem Ende der 60-Tage-Frist des Rahmenabkommens stehen Washington und Teheran laut US-Präsident Donald Trump nicht in Verhandlungen. „Es finden derzeit keine Gespräche oder Verhandlungen mit der Islamischen Republik Iran statt, und es sind auch keine geplant“, teilte er auf der Plattform Truth Social mit. Erst am Vortag hatte Trump dem Sender Fox News gesagt, Vertreter der US-Regierung stünden im direkten Kontakt mit den iranischen Revolutionsgarden. Zudem behauptete Trump, die Straße von Hormus bleibe geöffnet. Tatsächlich gab es in den vergangenen Tagen immer wieder Angriffe auf Handelsschiffe. Die US-Seeblockade gegen iranische Schiffe bleibe intakt, schrieb Trump weiter.Zuvor hatte er eine Karte auf der Plattform geteilt, in der die Straße von Hormus als neues US-Territorium beschrieben wird. „New U.S. Territory“, steht darüber.An ihrer schmalsten Stelle ist die Straße von Hormus nur 21 Seemeilen breit – und liegt damit vollständig in den Küstenmeeren von Iran und Oman. Das internationale Seerecht – maßgeblich geprägt durch das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen – teilt die Meere in verschiedene Zonen. Küstenmeere sind Teil des Staatsgebiets, sie reichen bis zu zwölf Seemeilen vor die Küste, deshalb ist auch von einer Zwölf-Meilen-Zone die Rede.Fabian DrahmouneErdoğan fordert Trump zu weiteren Gesprächen mit Iran aufDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ​hat US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat zu direkten Gesprächen ⁠mit Iran aufgefordert. Erdogan habe erklärt, es sei von großer Bedeutung, bei den Spannungen zwischen ‌Iran und den USA die Diplomatie bestmöglich zu nutzen, teilte das türkische Präsidialamt am Dienstag mit. Die Türkei ‌hoffe auf eine Fortsetzung ‌der Gespräche und werde die Friedensbemühungen weiter unterstützen. Die Türkei, die über die zweitgrößte Armee der NATO verfügt und an ​Iran grenzt, hat wiederholt ein ⁠Ende des Krieges gefordert.Mehr ladenTickarooLive Blog Software