»Dieser Fall zeigt, dass wir von einer hohen Gefährdungslage ausgehen«, sagte der Minister. Einen direkten Zusammenhang zu anderen Fällen – etwa dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen – stellte er nicht her. Dobrindt betonte aber, dass eine »Beteiligung fremder Mächte« auch im Fall des Waffendepots nicht auszuschließen sei. »Spionage, Sabotage und verdeckte Operationen sind Teil der Realität«, sagte er.Bei dem Verdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um einen sogenannten Wegwerf-Agenten. Das sind typischerweise Amateure, etwa aus dem kleinkriminellen Milieu, die gegen wenig Geld Aufträge erledigen. Der Mann soll in Rumänien Anschläge geplant haben, laut Dobrindt unter anderem über Paketlieferungen. Daher gingen die Ermittler davon aus, dass auch die bei Berlin entdeckten Waffen für Anschläge genutzt werden sollten.

Man stehe in engem Austausch mit Rumänien, was etwa eine mögliche Auslieferung des Mannes betrifft, sagte Dobrindt. Zur Nationalität des Verdächtigen machte er keine Angaben.Fund im vergangenen JahrDas Depot in einem Waldstück war laut dem Innenminister im vergangenen Oktober entdeckt worden. Darin befanden sich zwei Handfeuerwaffen und Munition.Dobrindt bestätigte, dass das Versteck Gegenstand intensiver, verdeckter Ermittlungen von Staatsschutz und Spionageabwehr war. Parallel hatten Spezialisten der Polizei heimlich Veränderungen an den Waffen vorgenommen und sie so unbrauchbar gemacht. Das Versteck wurde monatelang observiert – allerdings, ohne dass jemand die Waffen abholte.