Nach dem Rauswurf : Geschasster Grasset-Chef gründet eigenes HausVon Marc Zitzmann21.08.2026, 13:23Lesezeit: 1 Min.Olivier Nora, der vor einigen Monaten den französischen Verlag Grasset verlassen musste, macht sich selbständig. Die ersten Titel bei „Olivier Nora Éditions“ erscheinen schon im Oktober.Vier Monate nach seiner Entlassung als Leiter des Pariser Literaturverlags Grasset gründet Olivier Nora sein eigenes Haus. Laut einem Kommuniqué soll „Olivier Nora Éditions“ von Januar 2027 an zwischen dreißig und fünfzig Werke pro Jahr veröffentlichen, fiktionale und sachbuchartige Texte, in französischer Originalsprache oder in Übersetzung. Die zweitgrößte französische Verlagsgruppe, Editis, ist Minderheitsaktionär und übernimmt den Vertrieb. Zwei erste Titel erscheinen bereits im Oktober in Zusammenarbeit mit der Editis-Tochter Plon: die „Provisorischen Memoiren“ von Bernard-Henri Lévy sowie ein Band mit Predigten der Reformrabbinerin Delphine Horvilleur.Olivier Nora war im vergangenen April nach sechsundzwanzig Jahren an der Spitze von Grasset von der Leitung des Mutterkonzerns Hachette entlassen worden. Er hatte sich geweigert, ein Buch des Verlegers von Jordan Bardella zu publizieren, dem Präsidenten des rechtsextremen Rassemblement national. Zudem gab es Meinungsverschiedenheiten über das jüngste Buch von Boualem Sansal, einem Autor, den die Konzernleitung bei Grasset veröffentlicht sehen wollte. Hunderte von Autoren hatten Grasset nach dem abrupten Rauswurf des weithin hochgeschätzten sechsundsechzig Jahre alten Nora verlassen. Hachette war Ende 2023 von dem Vivendi-Konzern des rechtsextremen Milliardärs Vincent Bolloré übernommen worden.