Afghanische Mi­gran­t*in­nen, die in Iran leben, hatten sich Protesten gegen das Regime angeschlossen. Nun wurden manche von ihnen hingerichtet.

Protest in Frankfurt gegen Hinrichtungen im Iran

Boris Roessler/dpa

Am frühen Donnerstag wurde im Zentralgefängnis von Isfahan Ghaem Hosseini hingerichtet. Der 20-jährige Afghane war während der Anti-Regime-Proteste im Januar in Iran festgenommen worden, berichtete die Menschenrechtsorgsanisation Hengaw. Den Behörden zufolge war er am „Fall vom Alichani-Platz“ beteiligt, wo in einem Ar­bei­te­r*in­nen­vier­tel der Großstadt Demonstranten eine Polizeistation in Brand gesetzt, 4 regierungstreue Milizangehörige getötet und deren Leichen geschändet hätten. Danach seien mindestens 35 Menschen verhaftet, 12 von ihnen zum Tode und weitere 23 zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Schon im Januar hatten Staatsmedien ihre „unter Folter erzwungenen Geständnisse“ gesendet, so die in Oslo ansässige Organisation Iran Human Rights.

Hosseini ist bereits der fünfte Hingerichtete in diesem Fall, darunter war im Juli ein weiterer Afghane, der 23-jährige Gul Muhammad Muhammadi. Todesstrafen erhielten auch 3 weitere Landsleute. Auch bei den Protesten selbst wurden mehrere Af­gha­n*in­nen getötet, darunter unbeteiligte Passant*innen.