Berlin. Frau Queisser, der Plan der Rentenkommission wurde fast überschwänglich gelobt. Kanzler und Sozialministerin haben versprochen, das „Gesamtkunstwerk“ umzusetzen. Doch jetzt gibt es Streit. Teile von Union und SPD wollen an der Rente mit 63 festhalten. Warum ist dieser Punkt so entscheidend?Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren war ursprünglich für Schwerarbeiter gedacht, die nicht bis 67 arbeiten können, also für den berühmten Dachdecker. Studien haben aber gezeigt, dass sie vor allem männlichen Facharbeitern mit relativ hohen Renten zugutekommt, die weniger Gesundheitsprobleme haben als erwartet. Man vermischt zwei Dinge: Lebensleistung anerkennen und die Folgen schwerer Arbeit abfedern. Für Leute, die wirklich nicht mehr können, gibt es die Erwerbsminderungsrente – die könnte man aufstocken. Aber die Rente mit 63 ist dafür viel zu teuer, weil sie nach dem Prinzip Gießkanne funktioniert.