Deutschland trocknet aus. Diesen Eindruck vermitteln derzeit nicht nur Schlagzeilen. Das Niedrigwasser auf Rhein, Elbe und Donau beeinträchtigt die Schifffahrt inzwischen so stark, dass mehrere Bundesländer das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen gelockert haben. Im hessischen Weilrod gilt Trinkwassernotstand. Bei Verstößen gegen die Beschränkungen drohen bis zu 5.000 Euro Bußgeld. Karten zeigen niedrige Grundwasserstände, Umweltverbände warnen vor einer Übernutzung des Grundwassers.

Doch rechtfertigen diese realen Probleme tatsächlich die Diagnose, Deutschland gehe das Wasser aus?

Einen wichtigen Schub bekam die Debatte im Juni 2025 durch eine Untersuchung, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland veröffentlichte. In der begleitenden Pressemitteilung hieß es zunächst, in 201 von 401 deutschen Landkreisen werde mehr Grundwasser entnommen, als sich durch Niederschläge neu bilden könne.

Das wäre alarmierend. Würde über längere Zeit mehr Wasser entnommen als neu gebildet, müssten die Vorräte sinken.

Doch genau das hatte die Studie nicht gezeigt.